¡Komm!unitybuilding

Am 1. und 2. Dezember 2021 startet die zweite Ausgabe der #vBIB. Diesmal mit dem Schwerpunkt Digitale Communitys.

Unser Beitrag: die erste DatenlaubeCon, offene Daten für und mit Scholia … und dann mal gucken was noch

Landeskundliche Produktentwicklung

Wer kennt Beispiele für Initiativen und Unternehmen, die auf Basis von Sächsischer Landeskunde Design und Produkte entwickeln und vermarkten? (Okay, Velohonig kenne ich.)

In einem Aufsatz über Digitale Heimatforschung möchte ich digitale Wissenschaftskommunikation in Verbindung mit landeskundlicher Produktentwicklung beispielhaft ‚konzeptionell‘ verknüpfen.

Forschungsfragen entlang der A 13

InnoX2021-Rückblick, ENTWORFEN als Gastbeitrag, nun ein Blogpost

Fragen gibt es überall. Aber, macht Citizen Science glücklich? Bürgerwissenschaften – Forschung, die von Laien in freier Zeit und meist ehrenamtlich unternommen wird – ist ein guter Grund digital ins Dahmeland zu reisen. Ich möchte davon berichten – mit neuen Fragen.

Das Wissenschaftsfestival InnoX2021 an der TH Wildau fand Ende September statt – digital, denn zu Tagungen kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit Beginn der Pandemie vor allem online zusammen. Außerdem sei die Chance mehr Gäste anzulocken digital größer, so das Kalkül der Organisatorinnen. Die Themen in Wildau waren Wissens- und Technologietransfer, Citizen Science und Wissenschaftskommunikation – zwischen Berlin und Dresden, entlang der A13.

innox 2021 Open Science, Illustration von Anna Albert

Open Science: Digitale Heimatforschung, Illustration von Anna Albert Grafikdesign, InnoX 2021

In Königs Wusterhausen bin ich zur Schule gegangen. Schreiben lernte ich nachmittags im Dahme Kurier der MAZ als Jugendredakteur, bei Feuerwehrfesten in Mittenwalde, mit Konzertkritiken und wöchentlichen Kinotipps. Zeilenhonorare wurden noch in D-Mark gezahlt. Heute schreibe ich auch beruflich über sächsische Landeskunde und digitale Citizen Science-Projekte: Wissenschaft der Bürgerinnen und Bürgern, die forschen.

Solche Beiträge suchte das Team des Wissenschaftsfestivals InnoX mit einem Aufruf im Frühjahr für 2021. Die Gelegenheit war gut: Kann digitale Heimatforschung helfen Hochschule, Wissenschaft und Region ins Gespräch zu bringen? In dieser Frage steckt Transfer, also das Tagungsthema, dachte ich.

Innohub13 heißt in Südbrandenburg der Verbund, der hilft Forschung und Entwicklung, Wissenschaft und Wirtschaft noch enger zu verknüpfen. Wie werden aus Forschungsergebnissen neue Produkte? Wie kann Kommunikation zwischen Forschenden und potentiellen Anwendern verbessert werden, um regional die Wirtschaft zu stärken?

Die Herausforderung kennen wir in Brandenburg seit über 30 Jahren. Heimatforschung ist schon älter: Ortschronisten, Kirchenchroniken, Heimatmuseen und Geschichtsvereine gab und gibt es fast allerorten, teils mit Nachwuchssorgen. Digitale Heimatforschung mit gescannten Quellen der historischen Sammlungen von Bibliotheken und Archiven, mit Wikisource, mit Wikipedia und Wikidata gibt es erst seit 20 Jahren. Klingen dabei Generationenkonflikte an: “junge” digitale Ureinwohner gegenüber sogenannten digitalen Emigranten? Die Welt ist so eindeutig nicht.

Darüber sprach ich am Donnerstag auch im Wildauer Internet. Die MAZ in KW berichtete vorab. Oskar Kilian, ein Berliner Redakteur und Autor der regionalen Radler-Streifzüge-Reihe um 1900, hatte in der Lokalredaktion schon im Sommer 2018 Interesse an digitaler Heimatforschung geweckt. Auch der KWer Ferienmagazin-Verlag publizierte 2020 eine Kilian-Themenseite. Hier galt es anzuknüpfen: mit Wissenschaftskommunikation im heimatlichen Nahbereich!

Was aber haben wirtschaftsnahe Transferförderprogramme und Heimatforschung überhaupt miteinander zu tun? Ich vermute: Mehr als wir bisher denken.

Die Material- und Fragensammlung für den Vortrag ist dauerhaft in der Wikiversität zu finden. Im Transkriptionsportal Wikisource entstanden Themenseiten für Königs Wusterhausen und Lübben. Für regionales Tourismusmarketing sind Oskar Kilians Radler-Streifzüge Gold wert und das Potential solcher regionalen Quellen für offene Bildungsmaterialien in Schulen und Hochschulen wird leider noch unterschätzt.

Dankbar bin ich bereits jetzt für das herzliche Feedback der vergangenen Tage – von einer früheren Lehrerin, von einer Mitschülerin, von einer Heimatforscherin und auf Twitter. Auch Resonanz ist eine Wirkung digitaler Heimatforschung mit Links und offenen Daten. Themen und Personen werden wieder sichtbar. Andere können dieses Wissen nutzen, teilen oder kommentieren.

Das InnoHub13 heißt wie die A13. Autobahnen stehen seit 30 Jahren für eher klassische Infrastrukturpolitik: Großprojekte und Beton. Science Festivals, persönliche Transferscouts, neue Transferprofessuren in Potsdam und ihre vielfältigen Aktivitäten für Wirtschafts- und Forschungsförderung in regionalen Kooperationen stehen inzwischen für eher kleinteilige dezentrale Politik- und Förderstrategien, die Kulturgüter und offene digitale Zugänge zu Bildungsressourcen betonen.

Mein InnoHub13 hieße wohl InnoHubOskar: für Wissens-, Technologietransfer und Citizen Science entlang der historischen Radler-Streifzüge durch die Mark Brandenburg. Die Hefte sind auch nummeriert – digitalisiert zu finden in der ZLB Berlin. Fragen gibt es überall.

Weiterlesen

Posterproduktion: Digitale Heimatforschung

Intro

(Hier entsteht ein Posterskript)

LOST: [[ Links – denken, sammeln, schreiben ]]

Aktionen

  • Suchen & Finden
  • Sichtbar machen & öffnen (Wikisource)
  • Verlinken: „Punkte und Pünktchen“ (LOST)
  • Illustrieren & vektorisieren
  • Beschreiben (mit offenen Metadaten)
  • Daten pflegen
  • Abfragen (Scholia)
  • Erzählen & veröffentlichen (Fellows Freies Wissen, InnoSci, Artikel, Aufsätze, BIlder)

Illustrationen (SVG)

Literatur

Die Plastizität des Gehirns (2021)

Sechs Jahre sind seit 2015 vergangen. Mein Unfall kurz vor der Fahrt zum Bibliothekartag nach Nürnberg verhinderte auch den Aufenthalt im nahegelegenen Ortspitz: hier sitze ich heute wieder. Seitdem wurden Häuser gebaut, umgebaut und abgerissen. Das Walberla steht noch. Gasthäuser suchen Personal, händeringend. Denn die Biere, blaue Zipfel und das Kren schmecken noch immer. Glück gehabt.

Vor zwei Jahren entstand die Idee von den vergangenen Jahren zu berichten, seit 2015. Einerseits, weil die Reportagen von Nils Kopp wie auf den Kopp gefallen, wichtig und nützlich und Vorbild sind, um zu verstehen wie Schädel-Hirn-Trauma (SHT) wirken; andererseits, um selbst nicht zu vergessen. „Fünf Jahre wird er wohl brauchen, um sich davon zu erholen“, hätte jemand für sich gedacht 2015, erzählte er vor ein paar Wochen. Tatsächlich verblassen eigene Erinnerungen an meinen Heilungsprozess inzwischen, die 2019 noch deutlicher waren. Seitdem (2019) wäre der Eindruck, den ich nun hinterlasse ein anderer, z.B. die Holperer im Redefluß verschwunden, hieß es gestern.

Die Plastizität des Gehirns

Was ein SHT bedeuten kann, lernen alle Beteiligten erst in den Wochen, Monaten und Halbjahren danach: Angehörige, Familien, Kolleginnen und Kollegen. Insofern mögen diese Zeilen vielleicht einen Eindruck geben; vielleicht sind sie jemandem Hilfe, auf irgendeine Weise. Zeit braucht das alles sowieso. Als MeH (Mensch mit erworbenem Hirnschaden) setzt man sich gezwungenermaßen mit seiner Hirnverletzung auseinander, reflektiert und lernt so gut geht es geht. Andere dürfen mit diesen neuen Umständen auch umgehen lernen, stecken aber selbst nicht drin. Wie auch?! Und, das erscheint im Rückblick wichtig, sie wären mit Infos und Wissen über SHT & MeH möglicherweise überfordert und vielleicht besser auf all dies vorbereitet gewesen (Reizbarkeit, Erinnerungslücken, Vergesslichkeit, Persönlichkeitsänderungen) soweit das überhaupt möglich ist. Überfordert waren wir (Familie, Umfeld: privat und beruflich) streckenweise mit mir alle, mit dem SHT und den Auswirkungen. Nils Kopp zeigt das gut in seinen Reportagen: Wieder leben lernen – ein Schädel-Hirn-Trauma und seine Folgen (2010). Ein erstes (und gutes) Angehörigengespräch hatten wir am Ende meiner Therapie in der Uniklinik in Leipzig, fast ein halbes Jahr nach dem Unfall. Das war reichlich spät, denke ich.

Ich verbrachte nach den Wochen in der Uniklinik in Dresden einige Wochen im Juli und August 2015 in neurologischer Reha in Kreischa … ging dort auch wandern und Himbeeren pflücken. Die Therapie der Tagesklinik an der Uni Leipzig (Kognitive Neurologie) im November und Dezember 2015 dauerte sechs Wochen und war vermutlich grundlegend, für die berufliche Wiedereingliederung 2016 sowieso, und im Detail z.B. in Bezug auf die orthoptische Therapie:

Dabei geht es um die Betreuung und Rehabilitation von Patienten mit erworbenen Sehstörungen nach Hirnschädigungen, zum Beispiel durch Schlaganfall, Tumore, Unfälle oder andere neurologische Erkrankungen.

Die Wochen in Leipzig habe ich genossen: tägliches Pendeln von Dresden, neue Routinen, fremde Wege gehen. (Was vermutlich viel mit Leipzig selbst zu tun hat. Die Stadt ist cooler als Dresden.) Weihnachtsmärkte im Dezember.

Wie macht sich der Unfall bemerkbar (die Verletzungen, bleibende Defizite)? Die Frage wurde hin und wieder gestellt, inzwischen seltener. Ich erinnere mich an das Warten auf Busse, die laut Fahrplan in wenigen Minuten kommen. Und während des Wartens beginnt mein Gehirn unruhig zu werden: kein Bus kommt um die Ecke (denn es fehlen noch zwei Minuten!), die Unruhe nimmt trotzdem schnell zu: vermutlich kommt der Bus nicht!?! … Unruhe, Zweifel, Unruhe, kalt wars auch … der Bus kam dann nach zwei Minuten trotzdem (ganz normal). Gefragt nach einer Erklärung für diese ‚innere Panik‘ erklärte mir ein Neurologe, dass durch das SHT möglicherweise Hirnareale geschädigt wurden, die dafür zuständig sind Erwartungen und Realität abzugleichen (wenn ich mich richtig erinnere). Beim Warten auf Busse passiert genau das mehr oder weniger im Sekundentakt. Weiterlesen

Digitale Heimat, Forschung & Entwicklung

Citizen Science, Wisskomm und Transfer auf der Metaebene

Beim Festival InnoX2021 an der TH Wildau spreche ich am 23.09. über digitale Heimatforschung. In 20 Minuten weniger über alle Methoden, die jemand nutzen könnte. Auch nicht nur über die Forschungsfragen, die man über Heimatforschung stellen müsste. Eigentlich geht’s beim Festival um Reflexion & regionalen Wissenstransfer.

Dabei kommen Heimatforschung und ihre Metaebenen durcheinander: vielleicht bin ich Experte für meine Forschungen, aber sicher nicht für alle.

Digitale Heimat, Forschung und Entwicklung

Digitale Heimat, Forschung & Entwicklung : Wie helfen Citizen Science, Transfer und #Wisskomm unseren Hochschulen Wissenschaft und Region ins Gespräch zu bringen?, Präsentation beim Science Festival InnoX2021, Session: Open Science: Wissenschaft bringt (sich) ins Gespräch, 23. September 2021, 11:55 Uhr an der TH Wildau

Um Wirkungen von Heimatforschung zu erforschen –Transfereffekte, Nutzen, neue Ideen, …, Sinn – wäre mehr Forschung nötig. Bin gespannt.

Weiterlesen

Fünf Schwalben, ein Fahrrad und – ein Gustav Bauer

Radfahrerillustration, 1899

Velocliché (SVG): Illustration des Tourenbuchs des Sächsischen Radfahrer-Bundes, von Gustav Bauer in Dresden, 1899

Diesen Gustav Bauer von 1899 kenne ich seit 2014. Die Grafik taucht 1902 im Titel der Sächsischen Radfahrer-Zeitung wieder auf. Nun steckt sie in einer Vektorgrafik: Open Source. Man sollte ihn heute wieder auf einen neuen Buchtitel drucken!

[[ Links – denken, sammeln, schreiben ]]

Logoentwicklung 😉

Walnüsse allerorten

Nun sammle ich Walnüsse, um demnächst einen Text über Walnüsse und Nearby-Abfragen von Wikidata zu verfassen (und manches zu lernen über Walnussbäume, deren Früchte, Produkte und Geschichten). Gerade fallen die ersten grünen unreifen. Die fliegen auf die Straße. #xWalnutXnearby ist dafür das Schlagwort auf Twitter.

Die www.walnussmeisterei.de haben wir dabei gefunden.