Digitale Karten: Material für Radfahrer auf Suche nach Honig

Zu digitalisierten Touren- und Reisehandbüchern gehören auch eine große Zahl historischer Karten für Radfahrer für viele Regionen, von denen manche auch digitalisiert werden. Hier die bereits digitale Kartenauswahl aus dem Kartenforum der SLUB Dresden:

Historisch begründetes Fernweh? Ein Ziel, um selbst bei Imkern Velohonig zu besorgen und dabei ein Nachbarland zu entdecken, könnte die Gegend um Honig in Polen sein. Im SLUB-Kartenforum gibt es dieses alte Messtischblatt des Ortes Honig. Wie Honig (Chojnik, województwo wielkopolskie / Landkreis Ostrowo) zu seinem Namen kam und ob bzw. wie viele Imkereien es dort heute gibt, um beim nächsten Besuch auch örtlichen Velo- und Europahonig einzukaufen, bleibt herauszufinden!

Quelle: SLUB/ Deutsche Fotothek: http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/71054924/

Quelle: SLUB/ Deutsche Fotothek, www.deutschefotothek.de/documents/obj/71054924/

Wer war Moritz Luftpuff? Und schrieb er nur ein Radlemecum?

Moritz Luftpuff war vielleicht ein Künstlername, den ein fahrradbegeisterter Autor um 1900 in Mittweida trug, denn auch der Buchtitel „Radlemecum“ klingt, wenn auch sehr treffend, für einen „Wegweiser für Radfahrer“ eher ungewöhnlich. Diese Reimsammlung wurde jüngst in der SLUB digitalisiert:

Hast Du ein Rad, um dann und wann
zu flieh’n durch Strass‘ und Thor, …

Außerdem – auch in anderern europäischen Bibliotheken – eine Reihe weiterer Touren- und Reisehandbücher für Radfahrer für Touren über die Grenzen Sachsens (sowieso!) und Deutschlands hinaus. Eine Übersicht dazu gibt es wieder im SLUBlog.

Wünsche für die Grundlagenforschung

Wer braucht schon digitalisierte Dorfbacköfen oder Wegweiser für Radfahrer? Ebendie!

Wer hier einen Wunsch erfüllen möchte, ist herzlich eingeladen:

Zum Dank gibt’s von mir ein Glas Velohonig und dann reden wir über velokulinarische Grundlagenforschung.

Včelí Vřesina (Bienenheide)

Včelí Vřesina (Bienenheide) werden nordböhmische Täler samt Wald südöstlich von Hinterhermsdorf laut einer dort aushängenden Wanderkarte genannt. Und auch ein altes Masstischblatt im Kartenforum der SLUB kennen die Gegend Ecke.

Meßtischblatt [105] : Am Raumberg (Berg in der Sächs. Schweiz), 1935, Deutsche Fotothek

Meßtischblatt [105] : Am Raumberg (Berg in der Sächs. Schweiz), 1935, Deutsche Fotothek

In der Stadtgeschichte des etwas nördlicher gelegenen Ortes Brtníky (früher: Zeidler) steht:

Unter Peter Berka wurde die Gemeinde 1116 schon schriftlich erwähnt. Es steht geschrieben, dass Peter Berka zwischen Plesný (Plissenberg) und Vlčí hora (Wolfsberg) eine große Imkerei/Zeidlerei gründete, die er Zeidelweide nannte.

und …

Im Jahre 1946 wurde der Ort in Brtníky umbenannt. Die neue Namesgebung führt zurück auf das Altböhmische Wort „brt“ für Bienenstock und nicht wie fälschlich behauptet wird, als die Tschechische Übersetzung des Wortes „Braunbären“.

Mehr über die Geschichte der Imkerei im Dorf steht vermutlich in: Koch, Alfred: Heimatbuch des Dorfes Zeidler. Hrsg. von Josef Kittel, Fürth: Selbstverlag 1965/1966, 240 Seiten, 2 Karten.

… neuen Honig gibt es in Hinterhermsdorf und in Brtníky wieder im Juni, sagen die heute bzw. gestern. Und dann offenbar auch in großen Gläsern.

Pomp and Circumstance

Galerie

Diese Galerie enthält 7 Fotos.

www.kleinegalerie.de 9. Ausstellung »Malende Musiker – Musizierende Maler« Martin Morgenstern: »PORTO« | Collagen, 17. April 2015 bis 20. Januar 2016 | Montag bis Freitag 9–15 Uhr Öffentliche Midissage: 27. September 2015, 17 Uhr | Landesmusikakademie Sachsen im Schloss Colditz, Schlossgasse … Weiterlesen

Community Building anno 1772

Von Gottes Gnaden, Wir, Carl, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg [et]c. [et]c. fügen hiedurch zu wissen: wasgestalt Wir mißfällig vernommen, daß Unsere, wegen Anlegung und gehöriger Einrichtung der Gemeinde-Backöfen, auch Abschaffung der Privatbacköfen, von Zeit zu Zeit ergangene Verordnungen in Unsern Landen allenthalben gehörig nicht befolget worden … Verordnen Wir hierdurch anderweit:
1. Dass alle Gemeinde-Backhäuser, woran sich noch Defecte befinden… in völligen Stand gesetzt, … , wo noch keine Gemeinde-Backhäuser vorhanden, solche unverzüglich vorgerichtet … werden sollen. […]

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Heimatforschung x.0

Next generation sequencing wäre wohl, wortwörtlich verstanden und von Historiker*innen betrieben, der Versuch die Zukunft zu verstehen, während sie mit Bruchstücken der ‚DNA‘ von Gegenwart und Vergangenheit puzzeln.

Geschichte schützt nicht vor Erkenntnis

habe ich beim Honig tauschen von einer Historikerin gelernt und will sie bald noch nach der Quelle dieser Weisheit fragen. In diesem Sinne kurz ein paar Fragen zur DNA der Heimatforschung:

Was steckt in digitalisierten historischen Tourenbüchern für Radfahrer, das uns heute im Verkehr nützen könnte? (Carlton Reids Buch Roads were not build for cars weist gekonnt in diese Richtung.) Wie könnte die Renaissance der Gemeinde- und Dorfbacköfen in den Städten und Gemeinden das Abendbrot verändern? Und was trinken wir dazu?

Gibt es so etwas wie Heimatforschung 2.0 – angelehnt an den hiesigen Forschungsverbund Science 2.0? Vermutlich wäre solch eine Schublade eben nur eine solche und so manch‘ Familienforscher und Archäologen (beispielsweise) arbeiten oder publizieren in ihrer Freizeit längst digital, kollaborativ, irgendwie 2.0. Die Wikipedia weiß:

Die Heimatgeschichte ist die Geschichte des lokalen Erfahrungsbereiches.

Wie funktioniert Heimatforschung heute? Gibt es Forscherinnen und Forscher, die über Heimatforschung forschen? Und: wie lernen neue Generationen Heimatforschung? Von ihren Vorgängern?

Hier in Sachsen gewinnen beim Sächsischen Landespreis für Heimatforschung seit 2008 jährlich Laienwissenschaftler- und Schüler*innen Preise; eine öffentliche, digitale Liste aller bisher eingereichten Themen konnte ich leider noch nicht finden. Das wäre dann schon ein Stück ‚Open Science': Ein Begriff, der noch den Vorteil hat, nicht mit Zahlenspielen x.0 Glanz und Relevanz erzeugen zu müssen. Next Generation Sequencing ist nunmal schon vergeben.

Warum blogge ich das? Der Leistungskurs Geschichte hat mich nicht zum Historiker gebracht. Heimatforschung ist bisher auch nicht meine Wiese. Politisches liegt mir näher, dachte ich. Dann fanden mich die Tourenbücher für Radfahrer. Und da jeder ein Künstler ist und Designer, sind auch alle Menschen Forscher. Unsere Themen, Fragen und Antworten machen hier dann wohl den Unterschied.