Wer baut und liefert öffentliche Fahrradluftpumpen?

Public Bike Pumps klingt zwar cooler, aber hin und wieder suchen auch in Deutschland Stadtplanungsämter, Bibliotheken, Fahrradläden, Einkaufszentren und Touristiker einen Lieferanten für öffentliche Fahrradluftpumpen. Ergänzungen und Feedback sind willkommen!

Wer erwartet Gründerwissen und Technologietransfer in Bibliotheken?

BIS-2014-2-TitelDie Frage Entwickeln Bibliotheken aus ihre Arbeitspraxis heraus Ideen, Methoden und allgemein Kompetenzen, die im weitesten Sinne transferfähig wären – im Extremfall als Geschäftsmodell? führte 2009 zu einer Reihe Ideen, Feedback, weiteren Gesprächen und letztlich auch zu Projekten der SLUB in Dresden.

Nun haben wir (Bemme/ Bonte/ Pankotsch) im neu erschienenen BIS Magazin der sächsischen Bibliotheken einen Blick auf die Beweggründe und Möglichkeiten für Kooperationen der SLUB mit jungen Firmen, Gründerteams und dresden|exists veröffentlicht. Erfolgreich entwickeln und gründen mit Bibliotheken heißt der Artikel.

Geschäftsbericht 2013 für die SLUB

In den vergangenen Monaten koordinierte ich für die SLUB den neuen Geschäftsbericht. Die Idee: Wir bitten die Kooperationspartner der SLUB zu berichten, wie sie die Zusammenarbeit mit der Bibliothek erleben. Nun ist er raus.

SLUB Geschaeftsbericht 2013

Wer war Theophil Weber?

Auf Theophil Weber stieß ich kürzlich in der SLUB. Dort wurde sein 1893er Tourenbuch für Radfahrer vom Königreich Sachsen digitalisiert. Mit seinem Verlag veröffentlichte er damals weitere Touren-Bücher – vom Rhöngebirge, vom Harzgebirge, von Thüringen – sowie Bände mit Radfahrer-Poesie und zur Frage Ist das Radfahren gesund? mit Aerztliche[n] Gutachten über das Radfahren, die – in der dritten Auflage – noch um  … fachmännische Gutachten über das Radfahren erweitert wurden. Noch gibt es diese Bücher nicht digital.

Theophil Weber taucht in nur einem Wikipedia-Artikel auf; dort geht es um einen Streit mit dem Präsidenten des Deutschen Radfahrerbundes Carl Hindenburg:

So kritisierte 1890 der Chefredakteur der Leipziger Zeitschrift Stahlrad, Theophil Weber, die „Verschwendungssucht“ des DRB-Präsidiums unter Hindenburg, das sich extrem hohe Gelder aus der Verbandskasse habe auszahlen lassen. [...] Auf Hindenburgs Veranlassung wurde Weber gegen den Widerstand des Gaus Leipzig aus dem DRB ausgeschlossen.

Auch dieser Konflikt sollte 1891 in Leipzig zur Gründung des Sächsischen Radfahrer-Bundes führen, berichtet 2011 die Verbandsschrift 120 Jahre SRB (pdf). Derzufolge war Theophil Weber…

der in Zürich geborene Schweizer, 1886 nach Leipzig übergesiedelter Herausgeber der damals größten deutschen Radfahrerzeitung ‘Stahlrad’ …

Wer hat’s erfunden? Ein Schweizer …der Wissenschaftler Theophil Christen könnte dann u.U. sein Sohn gewesen sein. Für das Stahlrad bietet die DNB auf den ersten Blick nur einen mittelbaren Treffer und auch nicht viel mehr zur Person. Die Sporthochschule Köln sowie die Bibliotheken Bamberg und Mainz aber haben Stahlrad im Bestand. In Sachsen vielleicht ja auch der Radfahrerbund.

Weber veröffentlichte derweil auch das Handels- und Gewerbe-Adressbuch vom Königreich Sachsen und Jahrzehnte später das Fabrikantenbuch der Schweiz: Register der schweizer Fabrikanten, nebst Advokaten, Banken und Speditionsgeschäften.

Leipziger Verleger, sächsischer Radfahrer, Kaufmann, Chefredakteur und Schweizer…Der Mann weckt Neugier.

1903 wurde die Tour de France von einer Sportzeitung gegründet, um deren Auflage zu steigern. Ob Theophil Weber zuvor in Sachsen ganz ähnliche Interessen verfolgte? Die Kombination aus – ich nehme mal an – persönlicher Radsportbegeisterung, neuen Radrennen (1890 in Machern erstmals auch für die Damen!), etwaigen geschäftlichen Interessen mit dem eigenen Verlag und die Gründung eines sächsichen Radfahrerbundes sind dafür ein paar schöne Indizien.

Wer also war Theophil Weber?

Historische Tourenbücher für Radfahrer

Aus dem Tourenbuch des Gau 21 “Sachsen”:

Allgemeines

Die Strassen Sachsens gehören durchweg den besten
Deutschlands an und sind es hauptsächlich die Gebirgs-
strassen, welche sich vorzüglich und wetterfest zeigen.

Die Beschwerlichkeiten, welche das Erreichen von
Höhen durch Schiebparthien verursacht, werden immer
durch grossartigen Naturgenuss reichlich gelohnt und
durch äusserst schöne Thalfarten aufgewogen, deshalb
ist aber auch für Touren im Gebirge eine gute Bremse
unerlässlich, indem die Strassen theilweise starke Gefälle
und kurze Krümmungen aufweisen.

Bei mehrtägigen und längeren Touren empfehle ich
jedem Fahrer, zwei wollene, sogenannte Sportshemden
mit Kragen zum abknöpfen (die besten aus engl. Flanell),
ein leinenes Nachthemd, doppelte Strümpfe, Taschen-
tücher, Regenmantel, Nähzeug, etwas Verbandzeug,
Hirschtalg, Choleratropfen, Handschuhe, Taschenmesser
u. s. w., sich im übrigen aber auf das Nothwendigste zu
beschränken, ferner das nöthige Werkzeug (Schrauben-
schlüssel, Schraubenzieher), Draht, Bindfaden, gefüllte
Oelkanne, gerichtete Lampe, Riemen zum aufschnallen
der Joppe etc.

Möge nun dieses Werkchen den versprochenen
Zweck erfüllen und alle Sportsgenossen veranlassen,
recht fleissigen Gebrauch davon zu machen, auch soll
es den Herren Fahrwarten das Vorschlagen von Club-
touren erleichtern, damit das Tourenfahren zu immer
grösserer Blüthe gelange.

Dresden, im Juni 1893.

Mit kameradschaftlichem „All-Heil“

M a x H e r t el,
Gaufahrwart.

ScreenShot-SLUBdigital-TourenbuchWer weiß mehr als ich über die Tourenbücher für Radfahrer Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts? Eine digitale Kollektion historischer Tourenbücher für Radfahrer scheint es noch nicht zu geben. Die Deutsche Digitale Bibliothek verzeichnet aktuell nur den oben zitierten Band. Die SLUB hat außerdem noch das Tourenbuch für Radfahrer vom Königreich Sachsen / unter Berücksichtigung der angrenzenden Staaten aus dem Jahr 1893 und das Tourenbuch des sächsischen Radfahrer-Bundes digitalisiert und ein Tourenbuch des Vogtlands sowie Tourenkarten im Katalog. Und für andere Regionen wurden seinerzeit ähnliche Büchlein verlegt.

Das fehlt vielleicht noch: Eine Kleine Geschichte der Tourenbücher für Radfahrer. Allein die Inserate der Fahrrad-, Fahrradteile- und Fahrradkleidungshändler und der Hotels erzählen jede Menge über Zeitgeist und Fahrradkultur – weit vor Bed & Bike.

klimastrategie.de, GEO, Qucosa, Baggerverbot… und dann, wie weiter?

Am Ende meines Studiums schrieb ich eine kleine Forschungsarbeit über die Klimaschutzstrategien der Bundesländer und der Bundesregierung. Offenbar gab es solch eine Übersicht noch nicht. Das war 2005 und die dazugehörige Webseite klimastrategie.de, auf der die Recherchen und alle Quellen dokumentiert waren, hing seitdem im Netz, ohne Aussicht auf regelmäßige Aktualisierung…

2007 veröffentlichte die GEO einen “GEO-Länder-Test” als Sonderbeilage. In den Ländern sorgte die GEO-Studie in Ministerien und Landtagen für Reaktionen… Dabei erlebte das Rechercheteam vor allem, samt wissenschaflichem Beirat, die statistischen Unwägbarkeiten und das Chaos bei den relevanten Indikatoren für den Vergleich der Klimaschutzpolitiken in den Bundesländern. “Föderales Zahlenchaos als Recherche-Erfahrung” titelten die Autoren 2012 rückblickend in UMWELT EUROPA // Grüne Gesellschaft und europäische Krise – neue Fragen an den Journalismus (pdf).

Gerade nötigt Greenpeace Die Linke in Berlin und Brandenburg zum Klimaschutz Baggerverbot … “Platzeck erklärte [2007] in einer Mitteilung: Wir wissen, dass unser Weg einer klimaverträglichen und für die Lausitz möglichst schonenden Braunkohlepolitik ebenso wenig konfliktfrei ist wie der des weiteren Ausbaus der erneuerbaren Energien.” … Meine Seminararbeit habe ich kürzlich auf Qucosa veröffentlichen lassen, dort wird sie dauerhaft bewahrt und sichtbar gemacht. Klimastrategie.de ist auf Prof. Jörg Lässig übertragen. Nur, wie geht diese Geschichte weiter? Zwei Beispiele:

“Warum Dresden eine erweiterte Energiestrategie braucht” hat Norbert Rost kürzlich in seiner Kurzstudie über “Dresdens Energieversorgung vor dem Hintergrund russischer Energielieferungen” gezeigt. Und mit egNEOS geht gerade eine Energiegenossenschaft für Ostsachsen an den Start. Also, weitermachen.