Deutschland 2012: Kleines Stipendium – große Wirkung?

Kai Gehring (und seine Bundestagsfraktion) stellt in der Kleinen Anfrage Deutschlandstipendium und Begabtenförderungswerke (pdf) an die Bundesregierung viele Fragen. Eine nach etwaigen Impulsen für das Hochschulfundraising fehlt leider. Zwei streifen das Thema:

  • 7. Wie hoch waren die Verwaltungskosten für die Hochschulen (in absolutenZahlen und in Prozent bezogen auf die eingeworbene Summe)? und
  • 8. An welchen Hochschulen überstiegen die Aufwendungen für anfallende Zweckausgaben – also unter anderem Verwaltungskosten – den vom Bund maximal übernommenen Höchstsatz von 7 Prozent der eingeworbenen privaten Mittel?

Die Chancen, die im Deutschlandstipendium für Fundraisingpersonal, -strukturen und -wissen potentiell stecken, lassen sich mit den Verwaltungskosten nicht gut beschreiben. Ein Prozent aller Studierenden könnten theoretisch 2012 ein Deutschlandstipendium erhalten. Acht Prozent sollen es werden, plant die Bundesregierung. Verwaltung wird dafür nicht reichen. Das klappt nur mit grundlegenden Veränderungen – organisatorischen und kulturellen.

Kritiker argumentieren, die Akquise von Deutschlandstipendien halte Hochschulen vom Großspendenfundraising ab: großer Verwaltungsaufwand, geringe Wirkung, ein jährlich wiederkehrendes Hamsterrad – „von der Hand in den Mund“.

Optimisten erklären, dass Hochschulen nun endlich beginnen, in Fundraising zu investieren – Personal und Routinen entwickeln, Alumni- und Firmenkontakte systematischer pflegen, ihr Profil weiter zu schärfen, …

Welche Bedeutung das Deutschlandstipendium in einer Fundraisingstrategie hat, muss jede Hochschule für sich entscheiden. Ob 1, 2 oder 6 Prozent – bestenfalls sind Stipendien der Einstieg in ganz andere Förderprojekte, Startpunkt für langjährige Alumnibeziehungen und neue Gemeinschaften.

Lesetipp: Matching Funds – Staatliche Strategien für private Wissenschaftsförderung, Eine internationale Vergleichsstudie mit Empfehlungen für Deutschland, Zeppelin Universität, 2009.

Ein Gedanke zu „Deutschland 2012: Kleines Stipendium – große Wirkung?

  1. Deutschlandstipendium auch für ausländische Sponsoren möglich – TU Dresden hat es möglich gemacht, Formulare liegen nun in Englisch vor. Sheridan Tatsuno, Gründer von Silicon Valley Global Network (siehe Facebook) hat erst Version des Formulars bereits erhalten. #EntrepreneurDinner im September, wenn er und John Kellden aus Schweden in Dresden weilen soll dem Deutschlandstipendium für einen Studenten/ eine Studentin in Dresden zugute kommen.

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