Fundraisingstrategie „Milchmädchenrechnung“

Nicht erst seitdem wir Crowdfunding kennen, huldigen und betreiben formulieren Spendensammler*innen in einem Spendenaufruf gern:

Wenn X (viele) Menschen einen Euro geben, dann können wir das Ziel Y erreichen!

Ist diese Strategie nicht meist (auch) eine Milchmädchenrechung? Wenn ja, hilft sie gesetzte Ziele zu erreichen? Oder wirkt sie als Bremse, wenn dabei übersehen wird, dass Menschen gern mehr als einen Euro spenden – wenn wir sie denn fragen?

Für 1-Euro-Kampagnen spricht: das niedrigschwellige Angebot, der Appell an ein Gemeinschaftsgefühl und die einfache Berechenbarkeit der Schritte zum Ziel.

Dagegen spricht: das ungünstige Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen, X (viele) Menschen auf einen einzigen Euro anzusprechen und der „kommunikative Fehler“ Menschen und Organisationen, die potentiell mehr spenden möchten oder können, implizit auszuschließen.

Spenden- und Crowdfundingplattformen umgehen diese Klippen, indem sie Spender*innen explizit mehr als eine Option zur Auswahl stellen.

Warum blogge ich das? Weil ich selbst 2002 eine Spendenkampagne für Zusatzöffnungszeiten der Unibibliothek und der PC-Pools startete („Wenn 200 Studenten 100 Euro spenden, dann …“) – die schließlich glücklich verlief, aber nicht so, wie gedacht -, weil der Förderverein PROPHIL DRESDEN derzeit erfolgreich 1 Euro-Spenden für ein neues Deutschlandstipendium einwirbt und ich darüber heute auch an anderer Stelle schreibe.

2 Gedanken zu „Fundraisingstrategie „Milchmädchenrechnung“

  1. Hallo Jens, ich habe mich gefreut, dass Du das „*“ verwendest. Jedoch bin ich über das Wort „Milchmädchenrechnung“ gestolpert, da dieser Begriff für Naivität steht, die sich ausschließlich auf Mädchen bezieht…
    http://books.google.de/books?id=BnAqv8tveegC&pg=PA13&lpg=PA13&dq=Milchm%C3%A4dchenrechnung+sexistisch&source=bl&ots=Of-knIX3Cr&sig=L8o_qdPUkQG8sxmflAZJXPqmjqA&hl=en&sa=X&ei=RW0nUJjBKMnKtAaE24HIDw&ved=0CFkQ6AEwBTgK#v=onepage&q=Milchm%C3%A4dchenrechnung%20sexistisch&f=false

    LG * Jana

    • @Jana: Ich bezog mich auf die Metapher und meine damit „Männlein“ und „Weiblein“. Wie ließe sich das Konzept „Milchmädchenrechnung“ anders und doch plakativ beschreiben?

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