Gedenken an Marwa El-Sherbini: Straßenname und Stipendien?

Wie soll Dresden dem fremdenfeindlich motivierten Mord an Marwa El-Sherbini angemessen gedenken? Mit einem Straßennamen? Oder mit einem neuen Stipendium für Toleranz und Weltoffenheit?

Warum geht nicht beides?

Um diese Frage(n) dreht sich hier gerade der politische Streit. Von einem „Netz der Schande„, das mit neuen Straßennamen in Dresden geschaffen würde, war da die Rede.

Während die Hochschulen mit der Bundesregierung eine „neue Stipendienkultur“ zu etablieren versuchen, begegnen internationale Studierende und Gastwissenschaftler im weltoffenen Dresden auf dem Wohnungsmarkt einem mehr oder weniger subtilen Alltagsrassismus: „Sorry, die Wohnung ist schon vergeben …“ – fein dosiert nach (vermeintlichem) Herkunftsland, augenscheinlichem Fremdheitsgrad und Sprachniveau am Telefon. Passt das zusammen?

Das nun angekündigte Marwa El-Sherbini-Stipendium wird je zur Hälfte vom Freistaat Sachsen und der Landeshauptstadt getragen. Später sollen private Förderer darüber hinaus für zusätzliche Stipendien angesprochen werden. Im September entscheidet der Stadtrat. „Andere Formen der Ehrung für Marwa el-Sherbini seien nicht mehr vorgesehen“, zitiert die Freie Presse die Oberbürgermeisterin.

Dresden braucht Weltoffenheit und neue Stipendien. Ein Vorschlag: Die Mitglieder des Stadtrats legen selbst zusammen und stiften gemeinsam gleich noch ein zweites. Das wäre ein Anfang – auch „kulturell“. Wie die Benennung einer Straße.

Und dann: Bleibt viel zu tun in Dresden.

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