eine These für Ökosex

Wie viele gesellschaftliche Wenden haben Sie schon erlebt? — In meiner Bilanz schlagen bis jetzt zwei zu Buche: die Wende vor bald 24 Jahren und die eine Energiewende, die wir gerade erleben ((wollen) sollten). Es erfordert wenig Mut zu behaupten: Das ist nicht das Ende der Geschichte.

Martin Unfried schreibt sich seit Jahren ins Nirvana der solaren Effizienzrevolution. Und dabei hat er offenbar nicht verloren seinen preisgekrönten Humor. Seine taz-Kolumne ökosex ist inzwischen dort nicht mehr. Aber er beschreibt weiterhin,

wie schön ein Leben ohne fossile Brennstoffe sein kann.

Das ist nicht nur schön, sondern auch unheimlich gut fürs Karma.

oekosex.eu Nun hat der ökosex-Autor drei Thesen zur Energiewende formuliert. Drei von insgesamt zwölf, die es noch werden sollen in diesem Jahr:

  1. Die Stromwende ist Pipifax im Vergleich mit der Verkehrs-, Ernährungs- und Heizungswende, weil es mehr um technische Innovationen und weniger um Verhalten geht.
  2. Wesentliche Blockaden der umfassenden Energie- und Nachhaltigkeitswende sind nicht technischer und ökonomischer Natur, sondern kultureller und emotionaler.
  3. Für die Energiewende müssen wir uns deshalb eine andere Gesellschaft suchen.

Kurz durchatmen! Sechs Wenden in drei Thesen waren das… Deshalb möchte ich noch schnell eine ergänzen:

4.  Die Ernährungswende findet mit dem Fahrrad statt.

Besser sollen wir morgen essen, die richtigen Mengen von diesem und jenem – bewusster, regelmäßig, regionaler, saisonaler und vor allem gemeinsam. Das Fahrrad aber tauchte bisher nicht auf in den kulinarischen Merksätzen und Rezepten für die Zukunft und das gute Leben.

Ein paar Argumente: Menschen, die die Zutaten ihrer Küche konsequent radelnd besorgen, bewegen sich häufiger und länger und sie kennen ihre Nahrungsquellen wieder persönlich, falls sie etwas weiter fahren. Was folgt sind die üblichen Verdächtigen Konsequenzen: mehr e-Bikes und Lastenräder auf den Straßen, mehr Zeit zum Einkaufen (fahren), neue informelle Einkaufsgemeinschaften, weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neue Geschäftsideen und Netzwerke, andere Energiebilanzen in Transportketten ….

Das ist das Veloprinzip: Was mit Velohonig, -broiler und -eiern funktioniert, wird auch mit Weißwein klappen. Mit Gemüse sowieso. Bier? Gibt es auch in Fässern. Mehr als 20 Stunden pro Woche werden wir ohnehin nicht arbeiten, meinen Nico Paech und Frithjof Bergmann. Da bleibt Zeit für Einkäufe.

Statt Serrano gibt es öfter Schinken aus Westfalen und dem Schwarzwald – dann schaffen wir es noch vor der Dunkelheit nach Hause.

Und damit: zurück ins Funkhaus sonnige Nirwana!

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