Rad-Rundfahrten für die Familie starteten in der Illustrierten Gartenlaube

1899 erschien in dem Illustrierten Familienblatt „Die Gartenlaube“ eine Rezension für die Reihe „Rad-Rundfahrten in Deutschland

Die Gartenlaube (1899)

Die Gartenlaube (1899) Quelle: Wikisource

Der Text lautete wie folgt:

„Rad-Rundfahrten in Deutschland“ ist der Titel eines Unternehmens, das gewiß in allen Kreisen, wo der Gruß „All Heil“ ein fröhliches Echo weckt, herzlich willkommen geheißen wird. Nach dem Muster anderer „Reiseführer“ für bestimmte Gegenden geben E. Wegener und J. Grüß im Verlag von Franz Ebhardt & Co. in Berlin handliche Bändchen in rotleinenem Einband heraus, von denen jedes einen anderen deutschen Landschaftsbezirk, der sich zur Bereisung durch den Radfahrer eignet, für dessen besondere Bedürfnisse schildert. Jeder Band enthält ein erklärendes Vorwort über Anlage und Plan des Unternehmens, dann kurze Kapitel mit praktischen Ratschlägen für die Reisevorbereitungen, die passendste Kleidung auf Wanderfahrten, „das Verhalten des Wanderfahrers gegen sich selbst“, „das Radfahren der Damen“, „erste Hilfe in Unglücksfällen“ etc. Dann folgt eine geographische Karte des Rundfahrtgebiets, eine Uebersichtskarte der Touren, eine Reihe von Spezialkarten für die einzelnen Wegstrecken. Daran schließt sich als Hauptteil der eigentliche Reiseführer, dessen Angaben sorgfältige Rücksicht auf die Interessen des Radfahrers nehmen. Diesem beschreibenden Text sind Abbildungen und noch zahlreiche kleinere Wegkarten eingestreut. Von diesen „Rad-Rundfahrten in Deutschland“ liegen bisher zehn Hefte vor. In denselben finden sich Thüringen (I. südöstlicher Teil, II. nordwestlicher Teil), der Harz, die sächsisch-böhmische Schweiz, die mecklenburgische Schweiz, die holsteinische Schweiz, Rügen, Weser und Teutoburger Wald, Rhein-Mosel-Eifel und Rhein-Taunus behandelt. Gegenüber verwandten Unternehmungen, welche den Radfahrer nur über das rein Technische einer Wanderfahrt durch bestimmte Landschaften aufklären, ist es das besondere Verdienst dieser „Rad-Rundfahrten“, daß der Text auch Rücksicht auf das Bedürfnis des gebildeten Touristen nimmt, auf einer Reise den Charakter der Landschaft und ihre Schönheit zu würdigen, Land und Leute kennenzulernen, auch wenn er die Straßen auf blankem Stahlroß durcheilt.

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