Heimatforschung+ [[Wikidata+Wiki*pedia*source+openGLAM]] +Europa

Leerstellen sind wichtig.
ohne Umbrüche geht es nicht. In Europa

 

Heimatforschung ist kein akademisches Fach. Selbst Wikipedia definiert sie nur in männlicher Person, bezeichnet Landeskunde aber „als historische Disziplin“ der regional oder örtlich orientierten Geschichtswissenschaft:

Ein Heimatforscher – auch Heimatkundler genannt – ist in der Regel ehrenamtlich im Bereich der Erforschung der heimatlichen Umgebung tätig.

Die gleichnamige Kategorie dort enthält wenige Frauen.

Für die Europäische Heimatforschung sind dies meine Ausgangspunkte, um das Gebiet als Disziplin der offenen Bürgerwissenschaften i.S.v. Open Citizen Science zu verorten. Die Portale der Wikimedia-Bewegung sind dafür nützliches Werkzeug und die Prinzipien von Open Science. Europa benennt den Kontinent für diese Forschung mit und zu Heimaten: die regionalen und andere.

Große Bilder und serielles Erzählen waren Erfolgsrezepte illustrierter Magazine im 19. Jahrhundert: mit Bilder in Texten und Bildern in Form von Texten, in Serien, die Themen öffnen aber nicht auserzählen. Linked Open Storytelling in der Heimatforschung knüpft daran an: #DieDatenlaube ist unser digitales Derivat der Illustrierten Die Gartenlaube in Wikisource. Darin steckt auch Heimat: Berichte und Geschichten über mehr oder weniger naheliegende Orte, Menschen und Begebenheiten. Solvejg Nitzke kann das alles bei einem Bier und unter Bäumen ganz gut erklären:

Europäische Heimatforschung entstand in Estland auf den Landstraßen nördlich von Haapsalu und Lihula. Das war im Sommer 2018. Damals ging es von Bierbude zu Bierbude wie 1897. Letztlich – das war der Gedanke – ist eine Radreise mit dem Tourenbuch von Estland auch eine Art Heimatforschung außerhalb deutscher Landesgrenzen, aber längst noch innerhalb Europas: Saaremaa ist kaum weiter entfernt von Dresden als Rügen von Freiburg, beispielsweise. Die Verbindungen zwischen estnischer und deutscher Geschichte wurden mir erst dann nach und nach bewusst.

Nun geht es darum, diese Idee auszuleuchten:

  • Was kann Europäische Heimatforschung? Und was nicht?
  • Wie versteht sie sich mit ihren Verwandten: Landeskunde, Europäische Ethnologie, Anthropologie, Sozialgeographie, … und sie mit ihr?
  • Ist sie als Disziplin der offenen Bürgerwissenschaften gut verortet, als von Laien betriebene Forschung europäischer Zusammenhängen, Analogien, Gemeinsamkeiten oder Gegensätzen mit wissenschaftlichen Mitteln?
  • Mit welchen Methoden arbeiten wir in der Heimatforschung heute?

Zweiter Definitionsversuch:

Europäische Heimatforschung ist die Suche nach Narrativen, erzählt anhand offener Daten, offen dokumentierter Forschungsergebnisse und digitalisierter Fragmente europäischer Geschichten.

Herausforderungen und Chancen der Heimatforschung liegen in der Verbindung wissenschaftlichen Arbeitens mit eher journalistisch und von sozialen Medien geprägten Formen und Arbeitsweisen sowie persönlicher Neugier, die auch dazu neigen kann, subjektiv und spontan Forschungsfragen und Forschungsgegenstände zu variieren.

Was fehlt: #Heimatforschungforschung, Forschung über Heimatforschung in Europa, vergleichende Heimatforschung. Ich vermute hier eine Lücke, denn als soziale Praxis dürfte Heimatforschung ein universelles Bedürfnis befriedigen: Wissen und Dinge zu sammeln, die etwas bedeuten und dabei die eigene Umgebungen erklären.

(…)

Diese Zeilen entstanden in Valga im Süden Estlands, gefördert vom Fellow-Programm Freies Wissen.

Valka, die lettische Schwesterstadt, ist nur 200 Meter von hier entfernt. Vor dem dortigen SuPerAlko parkten am Sonntag vor allem estnische Nummernschilder. Steuersätze entfalten hier Lenkungswirkung. Und vor der lettischen Touristeninfo steht eine Reparaturstation von ibombo.com. So kann es weitergehen.

Ein Gedanke zu „Heimatforschung+ [[Wikidata+Wiki*pedia*source+openGLAM]] +Europa

  1. Heimatforschung entsteht auch immer aus der Tradition der Geschichtsschreibung und ihrer jeweiligen ChronistInnen in Bezug zu Gesellschaft, Personen und Einrichtungen. Und das Tourenbuch für Radfahrer ist #DieDatenlaube als Beleg für #EuropäischeHeimatforschung geeignet.

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