SHT? +++ MeH? +++ „auf den Kopf gefallen“

Eine Reihe von Radio- und Fernsehreportagen erzählen von Schädel-Hirn-Traumata und Menschen mit erworbenem Hirnschaden. Die verlinke ich hier mal:

  • auf den Kopp gefallen … genau das ist mir mal passiert, im September 2008. Hat weh getan, mir weniger, aber meiner Familie und meinen KollegInnen. So weh, dass ich irgendwann darüber ein Radio-Feature fürs Notizbuch auf Bayern 2 erstellt habe.“

Paulis Handbuch der Radfahrer Sachsens

In den vergangenen Tagen habe ich gelernt: Der Lausitzer Radfahrer-Bund wurde tatsächlich 1906 gegründet. Georg Pauli, der Gründer und langjährige Vorsitzende, druckte den ersten Jahrgang seines „Paulis Handbuch der Radfahrer Sachsens“ schon 1901 – ab der Gründung des LRB dann unter dem Logo des LRB.

Lesetipp: das Spezial-Tourenbuch für Radfahrer u. Touristen durch die Sächsische Oberlausitz von 1900

Nachtrag:

Welches Radfahrerwissen kennt ihr noch?

Welche Formen von Radfahrerwissen gibt es eigentlich?

Ein neues Tourenbuch für Radfahrer

Wenn ich es schaffe, notiere ich in den nächsten Woche meine Ideen für ein neues Tourenbuch. Wahrscheinlich wird das Inhaltsverzeichnis beim Ausdrucken ganz anders aussehen, als der folgende Entwurf, aber in Zeiten fast grenzenloser Kollaboration beim Schreiben digitaler Texte stelle ich diese Kapitelüberschriften gern hier zur Diskussion und bin ab jetzt gespannt auf weitere Anregungen. Einige Überschriften tauchten hier im Blog schon ein- oder zweimal samt Textfragmenten auf, andere wollen noch unterfüttert werden:

  • Königreich Sachsen
  • Nach Süden
  • Nach Norden
  • Weltwärts
  • Krüge und Bierbars in Estland
  • Straßen in Sachsen und Hauptrouten in Mitteleuropa
  • Honig in Polen
  • Velo essen und trinken
  • Nadelarbeit
  • Heimatforschung: Open Access für Radfahrer
  • Pioniere der Landstraße
  • Jede neue Rundfahrt verändert dein Gehirn
  • digitale Bibliografie

Wünsche für die Grundlagenforschung

Wer braucht schon digitalisierte Dorfbacköfen oder Wegweiser für Radfahrer? Ebendie!

Wer hier einen Wunsch erfüllen möchte, ist herzlich eingeladen:

Zum Dank gibt’s von mir ein Glas Velohonig und dann reden wir über velokulinarische Grundlagenforschung.

Včelí Vřesina (Bienenheide)

Včelí Vřesina (Bienenheide) werden nordböhmische Täler samt Wald südöstlich von Hinterhermsdorf laut einer dort aushängenden Wanderkarte genannt. Und auch ein altes Masstischblatt im Kartenforum der SLUB kennt diese Gegend Ecke.

Meßtischblatt [105] : Am Raumberg (Berg in der Sächs. Schweiz), 1935, Deutsche Fotothek

Meßtischblatt [105] : Am Raumberg (Berg in der Sächs. Schweiz), 1935, Deutsche Fotothek

In der Stadtgeschichte des etwas nördlicher gelegenen Ortes Brtníky (früher: Zeidler) steht:

Unter Peter Berka wurde die Gemeinde 1116 schon schriftlich erwähnt. Es steht geschrieben, dass Peter Berka zwischen Plesný (Plissenberg) und Vlčí hora (Wolfsberg) eine große Imkerei/Zeidlerei gründete, die er Zeidelweide nannte.

und …

Im Jahre 1946 wurde der Ort in Brtníky umbenannt. Die neue Namesgebung führt zurück auf das Altböhmische Wort „brt“ für Bienenstock und nicht wie fälschlich behauptet wird, als die Tschechische Übersetzung des Wortes „Braunbären“.

Mehr über die Geschichte der Imkerei im Dorf Zeidler (dieses oder ein anderes in Franken?) steht vermutlich in: Koch, Alfred: Heimatbuch des Dorfes Zeidler. Hrsg. von Josef Kittel, Fürth: Selbstverlag 1965/1966, 240 Seiten, 2 Karten.

… neuen Honig gibt es in Hinterhermsdorf und in Brtníky wieder im Juni, sagen die Imker heute bzw. gestern. Und dann offenbar auch in großen Gläsern.

Heimatforschung x.0

Next generation sequencing wäre wohl, wortwörtlich verstanden und von Historiker*innen betrieben, der Versuch die Zukunft zu verstehen, während sie mit Bruchstücken der ‚DNA‘ von Gegenwart und Vergangenheit puzzeln.

Geschichte schützt nicht vor Erkenntnis

habe ich beim Honig tauschen von einer Historikerin gelernt und will sie bald noch nach der Quelle dieser Weisheit fragen. In diesem Sinne kurz ein paar Fragen zur DNA der Heimatforschung:

Was steckt in digitalisierten historischen Tourenbüchern für Radfahrer, das uns heute im Verkehr nützen könnte? (Carlton Reids Buch Roads were not build for cars weist gekonnt in diese Richtung.) Wie könnte die Renaissance der Gemeinde- und Dorfbacköfen in den Städten und Gemeinden das Abendbrot verändern? Und was trinken wir dazu?

Gibt es so etwas wie Heimatforschung 2.0 – angelehnt an den hiesigen Forschungsverbund Science 2.0? Vermutlich wäre solch eine Schublade eben nur eine solche und so manch‘ Familienforscher und Archäologen (beispielsweise) arbeiten oder publizieren in ihrer Freizeit längst digital, kollaborativ, irgendwie 2.0. Die Wikipedia weiß:

Die Heimatgeschichte ist die Geschichte des lokalen Erfahrungsbereiches.

Wie funktioniert Heimatforschung heute? Gibt es Forscherinnen und Forscher, die über Heimatforschung forschen? Und: wie lernen neue Generationen Heimatforschung? Von ihren Vorgängern?

Hier in Sachsen gewinnen beim Sächsischen Landespreis für Heimatforschung seit 2008 jährlich Laienwissenschaftler- und Schüler*innen Preise; eine öffentliche, digitale Liste aller bisher eingereichten Themen konnte ich leider noch nicht finden. Das wäre dann schon ein Stück ‚Open Science‘: Ein Begriff, der noch den Vorteil hat, nicht mit Zahlenspielen x.0 Glanz und Relevanz erzeugen zu müssen. Next Generation Sequencing ist nunmal schon vergeben.

Warum blogge ich das? Der Leistungskurs Geschichte hat mich nicht zum Historiker gebracht. Heimatforschung ist bisher auch nicht meine Wiese. Politisches liegt mir näher, dachte ich. Dann fanden mich die Tourenbücher für Radfahrer. Und da jeder ein Künstler ist und Designer, sind auch alle Menschen Forscher. Unsere Themen, Fragen und Antworten machen hier dann wohl den Unterschied.