Skepsis? Potentiale historischer Tourenbücher fürs digitale Regional- und Tourismusmarketing

 

Meine These, Behauptung Vorschlag ist, dass Tourismusregionen zielgerichtet auch die historischen digitalisierten Radfahrerbücher nutzen, um Radfahrer*innen zu locken, Neugier zu wecken und zu unterhalten. Auf Wikisource gibt es inzwischen eine Übersicht der bereits digitalisierten Titel und Regionen. Es gibt noch viele Tourenbücher, die digitalisiert werden könnten. Das alte Radfahrerwissen wird digital so wieder sichtbar, nutzbar und idealerweise Grundlage für neue Anwendungen: Publikationen, Apps, Wikipediaartikel, Story telling lebendig erzählte Geschichten oder neue Traditionen, Reiseziele, Ausfahrten und Radrouten, Feste, Forschungsfragen oder Dreiländereckmetaphern. Die digital vorliegenden können also ab jetzt „breitgetreten werden“. 🙂  Ich bitte um und freue mich auf Hinweise!

Auch die Heimatforschung – heute zuweilen Citizen Science genannt – profitiert von den digitalisierten Quellen. Lokalmedien können Radfahrer- und lokale Wirtschaftsgeschichte im Jubiläumsjahr 2017 neu erzählen: #200JahreFahrrad gab’s überall.

 

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Radfahrerwissen reloaded: Vereine im Lausitzer Radfahrer-Bund

Kein Verband gewährt bei diesem geringen Jahresbeitrag so grosse Vergünstigungen!

textete der Lausitzer Radfahrer-Bund in seinen Anzeigen in der „Deutschen Radler-Post“ mindestens seit 1913, dem dritten Jahrgang der Zeitung. Bis zum Ersten Weltkrieg lassen sich die Jahre 2013 und 2014 bis 2015 nachlesen. Aus meinen Notizen heute fürs Erste:

Dies ist die Liste der in der Post erwähnten Radfahrerklubs und -vereine, deren Nachrichten in den Ausgaben der Deutschen Radler-Post gedruckt wurden, ergo – die Mitgliedsvereine des LRB: Weiterlesen

FFF im WWW mit URN – Fernwehforschungsfragen

FFF im WWW: Hinter urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-74666 ist eine Ergänzung zum neuen „Rad KulTour“-Buch des Verlags der Sächsischen Zeitung und des ADFC zu finden – und bald auch weltweit in Bibliothekskatalogen: Fernwehforschung | Vom Tourenbuch zum Spurenbuch für Radfahrer – endlich mit einer Bibliografie aller mir bekannten digitalisierten Tourenbücher für Radfahrer.

Halt, nein! – d.h. seit vorgestern kenne ich wieder eins mehr, das in dem Artikel fehlt: Rad-Rundfahrten in Deutschland, Heft 10 „Rhein – Taunus“, die Reihe wächst. Eine Rezension von „Rad KulTour“ hier in Kürze.

Paul Hildebrand’s allgemeine Bedürfnisse nach Radfahrer-Reisebüchern

Als langjähriger Förderer des Radfahrsportes habe ich mir , … , die Aufgabe gestellt, einem allgemeinen Bedürfnisse nachzukommen …

meinte schon Paul Hildebrand in München. Seine Radfahrer-Reisebücher 1, 8, 22 und 27 sind inzwischen „neu“ erschienen, aus einem allgemeinen Bedürfnis heraus.

Drive in

Warum sammelst Du digitale Tourenbücher für Radfahrer?

Es ist sehr einfach als Radfahrer Fahrradgeschichte zu schreiben digitalisieren zu lassen und damit für alle zugänglich zu machen – um die Touren wieder zu fahren und um die Fahrradhobbylobby oder Wissenschaft zu unterstützen: Heimatforschung, Wirtschafts-, Technik- und Tourismusgeschichte.

Zumindest ist das mein Antrieb, diese Sammlung weiter wachsen zu lassen: Radfahrerwissen reloaded.

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Open Access für Radfahrer

Für einen Hobbysammler digitalisierter historischer Radfahrerbücher ist es ein großes Glück, wenn die echte Forschung sein Interesse teilt. In den vergangenen Wochen haben elf Student*innen der TU Berlin in den Quellen gescrollt, um Technikgeschichte darin zu erforschen.

Echte Forschung! Tatsächlich wissen wir noch nicht viel über diese Literaturgattung: Vermutlich gab es zuerst kleine und dann steigende Auflagen gegen Ende des 19. Jahrhunderts und danach. Die mal mehr und mal weniger dicken Anzeigenteile an den Buchenden sind vermutlich ein reicher Fundus für Wirtschaftshistoriker (siehe das Tourenbuch von Estland!). Wer heute Fahrradwerbung retro neu gestalten will, findet reichlich Nährboden: Typo, Gebrauchsgrafik, Werbetexte. Schließlich auch Biografisches, denn die ‚Pioniere der Landstraße‘ waren oft mehrspurig unterwegs: zugleich als Bürgerliche, Sportler, Unternehmer, Verleger und Verbandsfunktionäre in Personalunion (vgl. Gregers Nissen in Hamburg und Theophil Weber in Leipzig). Diese Geschichte wird nach und nach entdeckt. Historische Quellen finden ihren Weg in die digitalen Sammlungen. Vereine wie der www.altonaer-bicycle-club.de fahren wieder Rad und pflegen damit historisches Erbe. In der Freizeit, einerseits. Mit historischem Spürsinn, andererseits. Weiterlesen

Gab es vor 1900 auch Tourenbücher für’s Wanderrudern?

Wer findet zuerst ein digitalisiertes historisches Ruderwanderfahrten-Tourenbuch oder Wanderruderfahrtenbuch oder Wanderruder-Tourenbuch? Das Buch Zehn Jahre Schülerrudern von 1903 aus Berlin wurde schon in Düsseldorf digitalisiert. Darüberhinaus fehlt mir gerade noch das Vokabelwissen zum Wanderrudern für gezieltere Suchanfragen in den Bibliotheken (vgl. eod EBooksOnDemand).

Meine Thesen: Wenn Ausfahrten sowohl auf Straßen als auch auf Kanälen, Seen und Flüssen erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts modern und für größere Bevölkerungsgruppen relevant und erschwinglich wurden, dann könnten auch für die geeigneten Wassersport- und Rudergegenden, wie z.B. Berlin-Brandenburg oder entlang von Elbe und Rhein … ähnliche Wanderführer geschrieben worden sein wie landauf landab für die Radfahrer nicht nur im deutschsprachigen Raum. Organisierte Rudervereine gab es ebenfalls, wenn auch vermutlich nicht soviele wie für Radfahrer.

Die Quellenlage ist in den Bibliothekskatalogen fürs Wanderrudern auf den ersten Blick jedoch dünner (weniger und jünger). Vielleicht gab es im 19. Jahrhundert viel weniger Ruderer als Radfahrer, sodass größere Wanderbuchauflagen verlegerisch einfach nicht rentabel waren. Auch wird etwaige Literatur für Wasserwanderer schneller und öfter ins Wasser gefallen und dabei nass geworden sein, als jene für Radfahrer. Gebrauchsliteratur, die schneller auch mal entsorgt wurde, als andere Were. Ich behaupte einfach mal: Forschungsbedarf.