Linked Open Storytelling: Heimatforschung in Europa profitiert von Open Science

Die Idee Heimatforschung kontinental zu denken – zum Beispiel in europäischen Perspektiven, Vergleichen und Zusammenhängen – und davon zu erzählen liegt nicht nur geografisch nah. Geschichte trennt – Menschen, Länder, Kulturen. Und sie kann verbinden: beispielsweise Estland und Deutschland.

Europäische Integration verändert wirtschaftliche und politische Systeme. Gemeinsame Ideen und Geschichten zusammen zu denken ist eine Konsequenz von vertieften Verflechtungen – auch für bürgerwissenschaftliche landeskundliche Forschungen, mit oder ohne Herkunftsnarrative. Nicht zuletzt Prinzipien der offenen Wissenschaft (Open Science) fordern heute auch von ehrenamtlichen Heimatforscher*innen über Wissenschaftskommunikation für grenzüberschreitende Forschungsfragen nachzudenken. Denn inzwischen ermöglicht Digitale Heimatforschung auf der Grundlage digitalisierter Quellen das digitale Erzählen und Verknüpfen europäischer Geschichten:

Había una vez …
Once upon a time …
Es war einmal …

Das Fellow-Programm Freies Wissen startet gerade ins fünfte Jahr. Zeit für einen Rückblick auf die vergangenen Monate und mein Projekt More than cycling: Europäische Heimatforschung – ein Ansatz für offene Daten und Narrative, samt Fernwehforschung und Radfahrerwissen.

Aufzuzeigen dass Heimatforschung von Methoden der offenen Wissenschaft profitiert, war ein Anliegen meines Projekts. Die Perspektive dabei: Heimat – bzw. Heimatenin Europa. Dort entstanden Texte, beispielhaft eine Methodensammlung, neue Fragen und Ideen.

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#Nearby

SUCHE Gutachter*innen: Fliegende Frauen und Männer in der digitalen Heimatforschung

Nearby ist mehr als ein Wikidata-Query. Dieser Gedanken steht dort in Anlehung an Solvejg Nitzke:

Nearby ist möglicherweise ein Weg digitale Heimatforschung zu benennen, ohne zwangsläufig Fragen von Herkunft, Zugehörigkeit und Abgrenzung zu berühren.

Hier nun eine Ideensammlung für die zweite Fassung @infoprax mit dem Feedback des Peer Reviews zum Artikel #Nearby. Landeskunde und Citizen Science mit Pandemie im Frühjahr 2020: Weiterlesen

Die Heimat der anderen, oder: Fragen gibt es überall

REISEBERICHT

Europa ist heute eine Antwort auf viele Herausforderungen, aber: Wie lautet die Frage? … Weiterlesen.

Transformationen: Überlegungen zur Zukunft von Europas Städten und Regionen

Spekulationen Transformationen heißt eine Studie mit Überlegungen zur Zukunft von Deutschlands Städten und Regionen aus dem Jahr 2016. Die Kernfrage darin: Wie werden sich gesellschaftliche Verhältnisse auf die gebaute Umwelt in Deutschland auswirken?

¯\_(ツ)_/¯

Für die Zukunft der Bürgerforschung sind – solche und ähnliche – Spekulationen ebenfalls hilfreich.

schrieb ich Ende 2019 für Saxorum über Citizen Science in Sachsen. Inzwischen mehren sich Stimmen, die wegen „der Seuche“ grundlegende Veränderungen in der Gesellschaft vorhersagen: Transformationen. Ich möchte solche Anhaltspunkte und Ideen hier sammeln. (Statt eines Tagebuchs, das ‚man‘ jetzt als zukünftige Primärquelle schreiben könnte …) Themen hier vorerst:

… also der gewohnte Themenmix, aber sicher auch Neues … Weiterlesen

SVG-Archäologie II.

SVG-Archäologie – die Digitalisierung historischer Bildchen, Grafiken … und Details in vektorgrafiken – gewinnt schnell an Bedeutung, für mich. Es gibt Parallelen – ähnliche Vorgehensweisen und Projekte – insbesondere in Brandenburg. Als da wären:

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Butterstullenwerfen (sic!)

Es fliegt ein Stein (die Hand warf ihn gut)
Kräftig, wagrecht über die Fluth.

(…)

Theodor Fontane:

(…) Die Luft war feucht und der Himmel grau. Alles fröstelte. Wir fanden, daß es etwas lange dauere, denn die schräg vor uns stehende Sonne neigte sich schon dem Horizonte zu. Da plötzlich große Bewegung … ein donnernder Knall und im nächsten Augenblicke brachen alle Versammelten [204] in ein staunendes „Ah“ aus. Es war nämlich ein Ricochette-Schießen, was im Princip etwa dasselbe bedeutet wie das „Butterstullenwerfen“ auf einem Teich. Die mächtige Kugel setzte in Entfernung von 300 oder 500 Schritt zum ersten Mal auf und trieb eine Wassersäule, ganz nach Art eines Springbrunnenstrahls, in die Luft; dann folgte ein zweites und drittes Aufsetzen, bis die Wassersäulen immer kleiner wurden und schließlich die Kugel versank. (…)

Auch: Ditschen

Liebe Mädchen und Jungen!

FDJ IG Heimatforschung free edit

FDJ Heimatforschung, Abzeichenmotiv der Interessengemeinschaft „Heimatforschung“

Heute übergeben wir Euch nun den ersten Interessengemeinschaftsbrief für das Gebiet der Heimatforschung. Die Erforschung unserer schönen deutschen Heimat, ihrer fortschrittlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Traditionen, ihrer schönen alten Sitten und Bräuche und der revolutionären Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – dieses Ziel stellen sich die Interessengemeinschaften der Freien Deutschen Jugend. Es ist ein schönes Ziel, zugleich interessant und lehrreich. Wer schon einmal Gelegenheit hatte, einen Blick in die Chronik der Stadt oder des Dorfes zu werfen, wird gemerkt haben, welch langer Weg bis zum heutigen Stand der Entwicklung beschritten werden mußte.Heute rauchen Fabrikschornsteine, fahren Straßenbahnen, oder spielen Kinder in Grünanlagen, dort, wo vor vielen hundert Jahren einmal Menschen begonnen haben, notdürftige Unterkünfte zu bauen. In mühevoller Arbeit rodeten sie die Wälder und bauten sich Häuser, die von Generation zu Generation weiterentwickelt wurden. Aus den einzelnen Häusern wurden Siedlungen und Städte, aus primitiven Geräteschuppen entstanden Werkstätten und Fabriken, und so schufen Menschen in gemeinschaftlicher Arbeit durch die Jahrhunderte hindurch das, was wir heute so selbstverständlich als unsere Heimatstadt bezeichnen.Unsere deutsche Nation ist entstanden in jahrhundertelangen Kämpfen um die Einheit. Sie ist gewachsen im Kampf der Bauern und der Arbeiter, der Menschen, die gemeinschaftlich alle Werte geschaffen haben, gegen jene Ausbeuter, deren Nachfahren noch heute in Westdeutschland die Güter der menschlichen Gesellschaft rauben, gegen die Junker und Kapitalisten, gegen die Kriegstreiber. Wenn wir so mit dem notwendigen Schwung und mit Begeisterung an die Arbeit gehen, lernen wir nicht nur unsere Heimat kennen, sondern lernen auch die Menschen lieben, die uns am nächsten sind, die Arbeiter in den Fabriken,  die Bauern auf den Feldern. Wir lernen die ehrliche und aufrichtigen deutschen Menschen lieben, aber zugleich auch die Feinde unseres Volkes hassen. Aus der Geschichte unseres Volkes, die Geschichte unserer Arbeiter und Bauern, werden wir die notwendigen Lehren ziehen, um gemeinsam mit allen friedliebenden Menschen in Deutschland den Kampf um das einige und freie, um das friedliche und demokratische Deutschland zum Sieg führen zu können.

In diesem Sinne wünschen wir Euch für die Arbeit Eurer Interessengemeinschaft „Heimatforscher“ viel Erfolg.

ZENTRALRAT DER FREIEN DEUTSCHEN JUGEND

Abteilung Kultur

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Heimatforschungforschung

Meine Heimat, das ist das Radfahrerwissen am Ende des 19. und des 20. Jahrhunderts bis zum 1. Weltkrieg, die ersten Jahre danach und dann wieder ab der Retrodigitalisierung. Auch deshalb fällt es mir leicht von Heimatforschung zu sprechen; von Europäischer Heimatforschung zumal, denn sehr viele (je nach Frage fast alle) Quellen liegen dafür hier in Europa.

Sofern sie digitalisiert wurden – oder digitalisierbar sind – sind Besuche vor Ort nicht zwingend. Oder doch, denn die Vorbereitungen und das Reisen selbst prägen das Denken – und das Lesen – in diesen Heimaten: Ideen warten am Wegesrand bzw. an  Hafengrenzen.

Meine Heimat, das ist inzwischen auch das historische Radfahrerwissen. Diese Leute sind mir ans Herz gewachsen: Typen. Dort kenn‘ ich mich ein wenig aus; ich kenne sie nicht alle, aber manche Protagonisten und ein paar ihrer Geschichten: Apotheker, Lehrer, Redakteure, Gründer, Ehren-Vorsitzende. Nur wenige Frauen: Minna Wettstein-Adelt zum Beispiel in Dresden; Oskar Kilian in Berlin, Georg Pauli in Demitz-Thumitz, Rupert Martin in Radolfzell und Edmund Kammel in Weilheim.

Ist Heimatforschung – auf diese Weise betrieben – eine Wissenschaft? Es kommt drauf an wer wen fragt und was man misst. Oder? Die Autoren von alten Tourenbücher beschrieben Heimat vermutlich auf regionale Weise, zum Beispiel innerhalb der Grenzen ihrer Radfahrerbünde, ihrer Tourenbücher, der Königreiche und werdender Nationen.

Europäische Heimatforschungforschung fragt nach Heimatforschung in Europa: Wer erforscht hier welche Heimaten auf welche Weise? Bewegung: Reisen und deren Vor- und ihre Nachbereitung sind Teile davon, Aufregung inklusive. Solch‘ Europäisches Lampenfieber läßt sich vielleicht durch Fernwehforschung erklären, unterwegs. Dabei entsteht Wissen. Freies Wissen, wenn den Forschungsmethoden auch Prinzipien offener Wissenschaft zu Gunde liegen.

Großenhain bewegt sich

Am Tag des offenen Denkmals öffnet im Museum Alte Lateinschule die Sonderausstellung Großenhain bewegt sich (pdf). Ein paar Notizen für den Eröffnungsvortrag:

Jahrbuch der deutschen Radfahrer-Vereine 1897

Hauptbezirk Dresden.

Bez. Grossenhain.

1. Vs: B. Rose, Grossenhain. 2. Vs: C. Blochwitz, Elsterwerda. Bezw: Paul Kirchner, Gossenhain, Schlossstrasse 6. F: C. Lietzman, Grossenhain. 1. Sch: Albert Franke, Grossenhain. 2. Sch: E. Niese, Elsterwerda.

Grossenhain,

Sa. Ct. Grossenhain. 1. Cs: Oscar Grosse, Berlinerstrasse 506. Sch: H. Heine. F: H. Anders, Albertstr. 584 a. Cl: Stadt Dresden,

—. Gross. RV (B.) 1. Vs: Bernh. Rose, Uhrmacher, Schlossstr. 2.: P. Kirchner. Fabr., Schlossstr. K: H. Kirchner, Fabrikant, Schlossstr. Sch: Oswin Voigt, Kfm. T-F: Max Schiller, Zahnkünstler, Markt. SF: Richard Beeg, Schneidermstr.. Berlinerstr. M: 32. Cl: Hotel Gesellschaftshaus. Cla: 1. Fr i. Mt. Gw. G 1887. VO: DRB. ⚐ ☉ Dpl. 1897 im Aug. 10jähr. Stiftungsfest.

—. RV Saxonia (U), Adr a. d. Vs: Oscar Grosse, Cond., Berlinerstr. 506. Sch: Alb. Haneke, Buchhalter, Marien-Allee 707. F: Herm. Anders, Spinnmstr., Albertsr. 584. K: Eduard Seelig, Bäckergeh., Schlossstr. 369. Zgw: Aug. Gruno, Gastwirth, Berlinerstr. 551. M: 34. Cl: Stadt Dresden. Cla: 1. u. 3. Do i. Mnt. Gw. G 1891. VO: Der dtsch. Radf. bZ: Tfa.

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