Angewandte Kretschamforschung

Der Kretscham, entlehnt aus dem (rekonstruierten) altsorbischen Wort *krč’ma „Schenke, Kneipe, Krug“[1] (vgl. sorbisch korčma, polnisch karczma, tschechisch krčma, spät-mittelhochdeutsch kretscheme, Oberlausitzer Mundart Kraatschn), ist ein Dorfgasthaus bzw. eine Schänke, die häufig Sitz des mit der Schankgerechtigkeit bedachten Schultheißen und Gerichtsort des Dorfgerichts (Gerichtskretscham) war. Meist erhielten die Lokatoren dieses Recht.

, steht in der Wikipedia. Im Handbuch 1925 des Lausitzer Radfahrer-Bunds stehen in der Liste der Bundeseinkehrstellen ein Eulkretscham in Euldorf bei Herrnhut, den es offenbar heute noch gibt, mehrere Gerichtskretschamens, den ‚Kretscham drei Linden‘ in Langenöls und der Zipskretscham in Kotitz bei Weißenberg.

Gibt es schon eine Kretscham-Route für Radwanderer in der Oberlausitz? (..  oder Kretschamen-Route oder …?)

mein Europa heute

Die Karte von 1892 vom Gebiet des Deutschen Radfahrer-Bundes mit Gau – Eintheilung wurde nun in Warschau von der Nationalbibliothek Polens digitalisiert.

via Europeana

mehr solche Karten: im SLUBlog

lost in rotation

Definitionen machen das Leben Verständigung leichter. Wer kann helfen, diese kleine Velohonig-Definition in andere Sprachen zu übersetzen?

Velohonig, der Bezeichnung für Honig, der von den Produzentinnen bis zu den Konsumenten mit dem Fahrrad transportiert wurde – unabhängig von den Blüten, die von den Bienen angeflogen wurden. Velohonig wird mit Muskelkraft bewegt.

… | Nederlands | Polski | Românesc | Magyar | Latvijas | русский | (español) | …

… für Physiker*innen:

Velohonig, der ~ entsteht durch die Überlagerung von Translations- und Rotationsbewegungen der Bienen, ihres Imkers und des Honigkäufers auf dem Weg zum Frühstückstisch. Velohonig wird mit Muskelkraft bewegt.

… für Proeuropäer*innen:

Europahonig, der 1. ~honig, der aus Europa kommt. 2. Velohonig, der in Europa grenzüberschreitend von einem Land ein Nachbarland transportiert wird. Europahonig ist ein soziales Schmiermittel.

Wegweiser für Radfahrer in Polen

Ob es in der Gegend um Honig – heute Chojnik – in Polen noch Imker*innen gibt, um vor Ort Honig kaufen zu können, ist noch nicht geklärt – und auch die Namensgeschichte des Dorfes ist mir noch nicht bekannt. Darüber hinaus fand ich dieser Tage aber zusätzliche digitalisierte Karten für Radfahrer in Polen:

Europahonig suchen in Ostdeutschland

Im Begleitwort der zweiten Auflage des Wanderbuchs des Bundes Deutscher Radfahrer Band IV. Ostdeutschland schrieb Gregers Nissen 1925:

Die zweite Auflage von Ost-Deutschland umfasst das selbe Gebiet wie die I. Auflage, obgleich unserem Vaterland grosse Gebietsteile entrissen wurden und der Korridor uns von Ostpreussen trennt.  Ich habe die Hauptstrassen durch die abgetrennten Teile aufgenommen, in der Hoffnung, dass es auch mal wieder anders kommen kann. …

90 Jahre später spricht viel für ausgedehnte Velohonigtouren entlang dieser Strecken ins und im ehemaligen Ostdeutschland, nun Polen und Tschechien – also Europa. Wer kann schon wissen, ob der verdienstvolle Gregers Nissen auch Interesse an der Imkerei hatte? Vielleicht seine Nachkommen. So oder so: Jetzt ist die Zeit für Europahonig! Mit der Hoffnung, dass es nicht wieder ganz anders kommt.

Forschungsfragen: Velohonig-Nah- und Fernverkehr VNFV

Velohonig ist eine Kulturtechnik, wie imkern, radfahren und forschen.

Für alle, die das Phänomen Velohonig mit eigenen Ideen, Hinweisen und Fragen befördern wollen (ÖVNFV = Öffentlicher Velohonig-Nah- und Fernverkehr) hier eine erste Sammlung auch ernst gemeinter Forschungsfragen: Weiterlesen

Inzwischen auch eine digitale Herausforderung: Europa der Regionen

Die Vision „Europa der Regionen“ war für Radreisende vor 120 Jahren zumindest literarisch zum Teil schon Realität. Tourenbücher für Radfahrer und ihre Verwandten wurden für bestimmte Regionen (Gaue, Gebirgszüge, Nord-, Süd-, Ost-, Mittel- und Wetsdeutschland, Königreiche, Nürnberg/ Fürth,…) verfasst. Grenzübergängefahrten tauchen darin als Reisebestandteil selbstverständlich auf, wie auch unterschiedliche Verkehrsregeln im Nachbarland, an die man sich zu halten habe. Die Herausforderung für Sammler und Bibliotheken: Ein digitales Puzzle aller Regionen zu bauen, für die jemals Tourenbücher, Wegweiser, Wanderbücher etc. für Radfahrer erschienen sind – idealerweise mit digitalen Volltexten für die Forschung und neue Radtouren-Apps. Europaweite Radrouten ließen sich dann gut mit diesem „althergebrachten“ Wissen, anderen historischen Quellen, digitalen Medien und anderen Themen anreichern oder neu proklamieren, auch für Europahonig-Rundfahrten.