Desideratum ’19 – Was kümmern uns die Siege von gestern vorgestern?

Heute, am 23. Dezember, darf ich das bei Historikern so beliebte D-Wort auch einmal benutzen: das Forschungsdesiderat; … denn regionales Radfahrerwissen ist ‚immer noch ein großes und dringliches Desiderat der Forschung‘. Laut Definition der Wikipedia „handelt es sich um ein Objekt, seltener ein abstraktes Ding, das in einer gegebenen Umgebung fehlt, benötigt wird und erwünscht ist.“

Daraus folgt: ich wünsch‘ uns das.

2019.

Im Görlitzer Magazin 32/2019 soll ein dritter Aufsatz über Straßenrennen, Rund-, Dauer- und Zuverlässigkeitsfahrten, die vor 1920 durch Schlesien und die Oberlausitz führten, erscheinen. Mein Interesse liegt auf der jeweiligen Streckenführung. Nur dann sind sie wieder erfahrbar. Die Sieger, Siege und Plazierungen sind dafür insofern relevant, als dass sie mir helfen, die alten Rennen in Archiven und Bibliotheken wieder zu finden, zu datieren und auch zu unterscheiden. Typen wie Ernst Franz sind dabei in erster Linie samt ihrer Rennbiografien interessant, weil sie diese Rennen (nicht immer) gewannen, ob sie nun vergessen sind, oder heute anders heißen.

Wikidata hat sich als Werkzeug für die Dokumentation von Radfahrerwissen bewährt. Erfasst und verknüpft werden können mit Wikidata z.B.:

Gut, wer dort bald selbst Abfragen fomulieren kann – oder, wenn man jemanden kennt, ‚der LOD kann‘. nachgeradelt.de basiert auch darauf. Die Liste der für diese Wünsche attraktiven Archive wird länger: Beeskow — Breslau — … — … — Tartu — Zittau. Europäische Heimatforschung nenne ich das. Zusätzliche Forschungsförderung ist willkommen.

Ein erster Schritt wird sein im www.velomuseum.ee zu fragen.

Presseecho?

Wie wurden die Radrennen der Jahrzehnte ~1900+ in der Oberlausitz, in Schlesien und ggf. in den Ostseeprovinzen von der regionalen Presse begleitet? Spielten Zeitungen als Rennveranstalter auch hier bzw. dort eine Rolle?

Junge oder Mädchen?

Handelshaus für öffentliche Güter

Januar 2018

Das Handelshaus für öffentliche Güter entstand als Formulierung 2003 in den Räumen der #doapicshit +++ do apic shit Eberhard-von-Kuenheim-Stiftung in München beim Grübeln, wie es langfrisitig mit der Aktion SLUB am Sonntag weitergehen könnte, aus der dann die Studentenstiftung Dresden wurde – mit einer Reihe weiterer Projekte auf dem Campus der TU Dresden. Es gibt sie noch …

Handelshaus für öffentliche Güter fasst das alles noch immer gut zusammen, vermute ich. (auf diesen Webseiten und im Leben draußen)

#5218 Sesam, öffne dich!

#5217 war.

#5218 fordert Konsequenzen.

Und immer an die Leser Ali Baba und die 40 Veloimker denken! Typen wie ihr.

Sammelgebiet: … nach dem … Harz!

Attraktive Sammelgebiete für und von Radfahrerwissen gibt es viele: die Oberlausitz mit dem Sechsstädtebund, die Ostseeküste samt Baltikum und der Hanse.

Und es gibt das Harz-Gebirge:

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Asterix – Straßenfahren um die Meisterschaft der Lausitz

Beim Lesen der Rezensionen zum neuen Asterix-Band entstand der Wunsch nach einer fundierten Roadstory um die Lausitzer Radfahrer-Bünde.

Der fiktive Plot spielt um 1925 beim „Straßenfahren um die Meisterschaft der Lausitz„. In den Hauptrollen: die Vereinigung Deutscher Radsport-Verbände VDRV, Sächsischer Radfahrer-Bund SRB, Lausitzer Radfahrer-Bund LRB und Oberlausitzer Radfahrer-Bund OLRB – und ihre Radfahrer.

Görlitz, Zittau und die Landschaften bis Pulsnitz spielen mit. Schlesien auch? Vermutlich gabs auch die eine oder andere Liebesgeschichte. Durften Frauen offiziell am Rennen um die Meisterschaft der Lausitz teilnehmen? Taten sie es (trotzdem)? Die Zeit dafür war längst gekommen.

[Auch ohne „Asterix und die Rechteinhaber“.]

Lausitzer Radfahrer-Bund Logo

Logovarianten des Lausitzer Radfahrer-Bunds

Alte Narrative stärken?

Die Hanse ist viel älter als das Fahrrad.

Der Sechsstädtebund ging ein paar Jahrzehnte später (im 14. Jahrhundert) an den Start. Ohne Radfahrer. Georg Pauli gründete den Lausitzer Radfahrer-Bund erst 1906.

Hansestädte und Sechsstädtebund: Alte Erzählungen sind sie beide und bekannt, die Hanse überregional wohl noch bekannter als der Oberlausitzer Sechsstädtebund. Mit der vergleichsweise kurzen Geschichte des Radfahrens haben sie vordergründig wenig zu tun. Als Projektionsflächen für historisches Radfahrerwissen könnten bei dienen!

Band 1 und Band 2 der „veloGeschichte alter Städtebünde“ erscheinen eines Tages idealerweise als offene Materialsammlungen für den Unterricht und die (Heimat)-Forschung – als Open Educational Resources. Denn, es gibt noch soviel zu lernen. Darum gehts.

Woraus auch neue Aufgaben für die OER World Map folgen.

Sind Alumni auch als Citizen Scientists brauchbar?

Der Gedanke entstand beim alumniclubs.net-Regionaltreffen an der Uni Leipzig vergangene Woche: Welche Absolventennetzwerke sprechen Alumni der jeweiligen Hochschule an, an Citizen Science-Projekten mitzuwirken: schlicht als relevantes Publikum, insbesondere aber als akademisch gebildete – im Idealfall emotional mit der Hochschule verbundene – Mitforscher, Laien- oder Bürgerforscher*innen?

Während Alumnibetreuung in vielen Hochschulen als normal gelten darf – auch, wenn die Ressourcenausstattung zuweilen unzureichend ist – ist Citizen Science hierzulande noch junges Methoden- und Wirkungsfeld an Universitäten und Hochschulen. Die Third Mission lässt grüßen: [1] [2] [3]. Beide Tätigkeitsgebiete sind auf auf Wohlwollen angewiesen – durch Personalausstattungen, kommunikative Aufmerksamkeit oder methodeische Neugier. Nichtsdestotrotz bieten die Absolventennetzwerke potentiell große Reichweiten sowie motivierte und interessierte Mitglieder – beides gute Treiber für Citizen Science-Initiativen. Beides zu koppeln liegt also nah!

+1 Open Educational Ressources für, von und mit Absolventeninitiativen. 😉

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