#Nearby

SUCHE Gutachter*innen: Fliegende Frauen und Männer in der digitalen Heimatforschung

Nearby ist mehr als ein Wikidata-Query. Dieser Gedanken steht dort in Anlehung an Solvejg Nitzke:

Nearby ist möglicherweise ein Weg digitale Heimatforschung zu benennen, ohne zwangsläufig Fragen von Herkunft, Zugehörigkeit und Abgrenzung zu berühren.

Hier nun eine Ideensammlung für die zweite Fassung @infoprax mit dem Feedback des Peer Reviews zum Artikel #Nearby. Landeskunde und Citizen Science mit Pandemie im Frühjahr 2020: Weiterlesen

„Pionierarbeit“

Sächsische Mundartgedichte von Rudolf Lavant werden gerade in Wikisource transkribiert. Lavants Texte sind auch sonst wichtig.

Die Aufgabe ist nun, mal gemeinsam Zusammenhänge von (fehlenden) bibliografischen u.a. Metadaten und (semi-)bürgerwissenschaftlicher Metadatenexpertise spekulierend zu beschreiben, also metaMeta. Ja?

Oskar Kilian im Seenland

Das neue ferienmagazin.de 2020/2021 erschien gestern für die Region Seenland Oder-Spree mit einer Seite über Oskar Kilian und die Radler-Streifzüge.

Der KWer Verlag hat die Idee aufgegriffen und weist Besucher*innen via Gastronomie, Hotelerie und Tourismusbüros Wege durch die Gegenden, durch die schon Kilian fuhr.

o|bib: Bürgerwissenschaften in wissenschaftlichen Bibliotheken

Wie können Wissenschaftliche Bibliotheken das Handlungsfeld Citizen Science in Verbindung mit Aufgaben als Landesbibliothek strategisch begründen und neu strukturieren? Der Beitrag zeigt dies exemplarisch für die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB). Im Fokus stehen kollaborative Werkzeuge und Projektansätze für die Forschung und für die bibliothekarische Arbeit mit offenen Kulturdaten aus landeskundlich relevanten GLAM-Institutionen, für die Verknüpfung dieser Datenbestände und für deren Verwendung in Citizen Science-Projekten. Die Autoren zeigen, dass die Ergebnisse aus Digitalisierungsprogrammen die Grundlage sind, um Bürgerwissenschaftler/inne/n in Zukunft nicht nur Daten und Dienste, sondern auch zusätzliches Methodenwissen für die eigene Forschung anzubieten. Ihr zentrales Argument lautet: Die Verbindung von Openness und Citizen Science ist als „Open Citizen Science“ gerade für Landes- und Universitätsbibliotheken ein wegweisender Ansatz für die Positionierung im regionalen Wissenschafts- und Kulturbetrieb – erst recht in ihrer Rolle als öffentliche Digitalinfrastrukturanbieter, abgeleitet aus den traditionellen gesetzlichen Aufgaben.

Munke, M., & Bemme, J. (2019). Bürgerwissenschaften in wissenschaftlichen Bibliotheken. O-Bib. Das Offene Bibliotheksjournal, Bd. 6 Nr. 4 (2019) / Herausgeber VDB, 6(4), 178-203. doi.org/10.5282/o-bib/2019H4S178-203.

Werkstattbericht: #DieDatenlaube

Eines der umfangreichsten Projekte der deutschsprachigen Wikisource-Community ist die Bearbeitung und Tiefenerschließung der ersten großen deutschsprachigen Illustrierten „Die Gartenlaube‟.

Bericht mit Christian Erlinger, dem Künstler:

Die Datenlaube

Logo der Datenlaube (basiert auf dem Titelbild der Gartenlaube 1853 Nr. 1), Christian Erlinger

neu hier: „Die Zukunft der Bürgerforschung“ u.a. mit Radfahrerwissen und veloPoster in Münster

Poster

More than cycling: Europäische Heimatforschung

More than cycling: Europäische Heimatforschung, [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Paper

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Offene Baustellen 2019

Aus Ideen werde Text.

 

Das sagt die Pipeline:

2019: Einleitung

Ich fand Estland in der Nationalbibliothek. Ebay wies den Weg in die Oberlausitz, nach Pulsnitz und dann weiter. Bis Demitz-Thumitz, den Ort kurz vor Bautzen, an dem Georg Pauli mit seinem Verein 1906 den Lausitzer Radfahrer-Bund erfand. Typen wie er prägten die Jahrzehnte um 1900, gründeten Radfahrvereine, Radfahrerbünde und Zeitungen. Als Lehrer, Apotheker oder Verleger schrieben sie Geschichte. Pauli baute sich eine eigene Druckerei.

Mit ihren Tourenbüchern, ihren Wegweisern, Rad-Reisebüchern und Radfahrerkarten begann meine eigene literarische Reise durch Europa. Lange Sommertage in den ehemaligen Ostseeprovinzen – mit dem Rad in Estland entlang der Grenze zu Livland und im heutigen Lettland – prägen inzwischen meine Sicht auf die Dinge – hier und dort.

1936 fuhren zwei Jungen aus Tõrva – August Bernhardt und Enn Saare – mit ihren Rädern nach Berlin, um die Olympischen Spiele zu sehen. Hin und zurück. Diese 3000 Kilometer verbinden die deutsch-estnische Geschichte mit der jüngeren Geschichtsschreibung. Ihr Dankesschreiben, eine Postkarte für die Unterstützer der Reise, ist inzwischen in einem Coffee-Table-Book zu finden, das in Törva im Sommer 2018 in der Lettischen Botschaft auslag. Berlin liegt von dort aus gesehen im Westen. Viel interessanter aber ist: Welche Strecken fuhren August und Enn vor 84 Jahren?

Eine Landkarte der Regionen im Deutschen Radfahrer-Bund von 1882 wurde in der Nationalbibliothek Polens digitalisiert. Die Karte stellt die 40 Gaue des DRB dar: von Hamburg (GAU 1) bis Österreichisch-Schlesien (Gau 40). Wenig später – 1897 – steht im Jahrbuch der deutschen Radfahrervereine:

Die Gaue 32 bis 36 liegen im Ausland.

Die Ostseeprovinzen waren damit nicht gemeint. Und doch gehörten sie zum Verbreitungsgebiet deutscher Fahrradkultur: Clichés des Dresdner Illustrators Gustav Bauer wurden 1897 in Reval und Riga in die dortigen Radfahrerbücher gedruckt. Seine Fahrradmotive fanden also ihren Weg ins Baltikum. Die 40 Gaue des DRB, die Haupt-Consulate der Allgemeinen Radfahrer-Union, die Tourenbücher aus historischen Königreichen, ehemalige Bundes- und Unionshotels, die Bundeseinkehrstellen und die Streckenverläufe der ersten regionalen Rundfahrten – vieles spricht für mehr Forschung und für diese regionalen Spuren europäischer Geschichte.

Europäische Heimatforschung beginnt und endet nicht in Estland, 1500 Kilometer vor Berlin, sondern in Moskau, Schottland, Portugal, Spanien, Krain, West-Galizien oder in Schlesien und der Oberlausitz.

In Archiven, Bibliotheken und Antiquariaten stecken tausende Teile eines großen Puzzles: das gesammelte #Radfahrerwissen einer Heimat – Europa.