Paul Hildebrand’s allgemeine Bedürfnisse nach Radfahrer-Reisebüchern

Als langjähriger Förderer des Radfahrsportes habe ich mir , … , die Aufgabe gestellt, einem allgemeinen Bedürfnisse nachzukommen …

meinte schon Paul Hildebrand in München. Seine Radfahrer-Reisebücher 1, 8, 22 und 27 sind inzwischen „neu“ erschienen, aus einem allgemeinen Bedürfnis heraus.

Kulinarische Mobilität als Schulfach

Wir brauchen kein neues Schulfach Ernährung. Pädagogische Rezepte, die Mobilität und Genuss im Alltag geschickt verbinden, sind mir lieber.

Im Lehrplan dieses Schulfachs gäbe es dann auch – nur als Beispiel – ein paar Stunden zu Europahonig – mit Fremdsprachen, Politikunterricht samt Geschichte, Kochen, Reiseorganisation, Technikkunde, Verkehrserziehung und was man so gebrauchen kann, nebenan, fürs zivilisierte Überleben – mit Essstäbchen.

Antritt mit Velohonig

Unsere monatliche Fahrradsendung „Antritt“ gibt es hier in kompletter Länge zum Nachhören. Die Themen: Fahrradindustrie in Taiwan, Volksbegehren Fahrrad in Berlin, Gravel Bikes und Velohonig in Dresden.

Mit Honig ab Minute 40 sowie Bienen und Velofischbrötchen in der Abmoderation bei Minute 47:

The second best diet

We face challenges to fight hunger and adiposity worldwide. Let’s try this second best diet.

  • Know your farmer.
  • All you can bike.
  • Make it. DIY or DIT.
  • Handle with chopsticks.
  • Kitchen and table are true places for placemaking.
  • Your diet is at least second best on planet earth.
  • To improve it please translate it first.

¡buen provecho!

Mikrokredite für Fahrradläden, Imker oder Velohonig

Mit dem Fahrrad Honig zu beschaffen ist für unsereiner keine Kunst. Eine Imkerei und den Honighandel mit dem Fahrrad zu bestreiten vermutlich schon eher.

Fahrrad- und Honigwirtschaft sind in meinen Augen zwei relevante Wirtschaftszweige für alle, denen gesunde Ernährung und eine gesunde Verkehrspolitik am Herzen liegen. Wer kennt Initiativen, Netzwerke und Projekte, die den Aufbau von Fahrradläden – zum Beispiel mit Mikrokrediten – fördern, um Alternativen für automobile Transportketten wachsen zu lassen? Und für Imkereien? Und für Gewerbe, die beide Welten verbinden?

Verkauf + Service + Reparaturen

Fahrrad Wulf in Wismar beweist bis heute, dass die Verbindung aus Feinmechanik, Nähmaschinen und Fahrradwerkstatt noch immer als Geschäftsmodell funktioniert. In den Anzeigenrubriken der Tourenbücher, die vor über hundert Jahren erschienen, sieht man, dass damals auch die ersten Fahrradläden und -werkstätten eng mit der Nähmaschinenwirtschaft verbunden waren – zumindest in Nürnberg und Desden. Die Geräte und die Fertigkeiten für deren Reparatur sind sich offenbar immer noch ähnlich.
FahrradWulfWismarDass Fahrradhädler meiner Meinung nach auch gute Knotenpunkte für den Velohonigverkauf wären, liegt nicht deshalb nahe: Fahrradhändler kommen rum, wenn sie selbst viel Rad fahren, und sie könnten mit Velohonig ein neues originelles Produkt anbieten, das der Kundschaft schmeckt (vielleicht sind Stadtimker*innen dabei), das Geschichten erzählt von urbaner Landwirtschaft, Regionalität und Nachbarschaft und, das für AhA-Effekte sorgt: Honig im Fahrradladen hat noch nicht jedeR gesehen und gekauft.

Siehe auch

Grotefend, Hermann: Das erste Velociped in Meklenburg, in: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 56, Nr. 2 (1891), S. 11-14, 1891.

Adolf Best verkaufte in Stettin in Breitestrasse 60 auch Fahrräder – neben Näh-, Wasch- und Wringmaschinen, 1895 (S. 32).

Wer war Moritz Luftpuff? Und schrieb er nur ein Radlemecum?

Moritz Luftpuff war vielleicht ein Künstlername, den ein fahrradbegeisterter Autor um 1900 in Mittweida trug, denn auch der Buchtitel „Radlemecum“ klingt, wenn auch sehr treffend, für einen „Wegweiser für Radfahrer“ eher ungewöhnlich. Diese Reimsammlung wurde jüngst in der SLUB digitalisiert:

Hast Du ein Rad, um dann und wann
zu flieh’n durch Strass‘ und Thor, …

Außerdem – auch in anderern europäischen Bibliotheken – eine Reihe weiterer Touren- und Reisehandbücher für Radfahrer für Touren über die Grenzen Sachsens (sowieso!) und Deutschlands hinaus. Eine Übersicht dazu gibt es wieder im SLUBlog.

Nachtrag:

Noch eine Ergänzung:

Das Mittweidaer Plakat-Institut (alleinige Befugnis zum Anschlagen von Plakaten in Mittweida) gehörte auch zum Verlag des Buchdruckereibesitzers Moritz Eduard Billig, der auf Seite 6 des Radlemecums unten namentlich steht. Billig war auch der Verleger des Mittweidaer Tageblatts.