Jahrbuch / Verband der Arbeiter-Radfahrervereine in der ČSR

Das Jahrbuch 1927 des Verbands der Arbeiter-Radfahrervereine in der ČSR gibt es noch in der Bibliothek der Friedrich Ebert Stiftung.

Eine gute Quelle für Namen, Adressen, grenzüberschreitende Touren und das ABC der Vereins- und Verbandsarbeit für Arbeiter-Radfahrer. Jetzt mit Online-Zugang!

 

Woher kommen wir, wohin fahren wir und …

… was trinken wir dazu? Darum soll es hier aber heute noch nicht gehen. Met ist nur eine der möglichen Antworten… Die Waldimkerei und Wald-Bienenzucht haben als Zeidlerei in der Siedlungsgeschichte Spuren hinterlassen, die ich hier schnell festhalten will, bevor die neue Velohonigsaison beginnt.

Zu finden sind die Spuren der alten Zeidler gedruckt für den Wald um Nürnberg und Erlangen, für den Zeidelschützen und das Nürnberger Zeidelmännchen (PDF), digitalisiert in Das alte Zeidelwesen in den Nürnbergischen Reichswaldungen von 1870 sowie in Band 33 des Neues lausitzisches Magazins auf Seite 52 ff. Die Geschichte der Waldbienenzucht (1856), bildlich im Wappen von Feucht im Nürnberger Land (und programmatisch in den Vereinen des Ortes: z.B. bei den Imkern, Schützen), für Brtniky am Wolfsberg in Nordböhmen und für den alten Ortsteil Zeidler des heutigen Tharandter Ortsteils Fördergersdorf am Rande des Tharander Waldes. Finden lassen sich außerdem in Bibliotheken Hinweise auf Waldbienenzucht in sorbischen Orts- und Personennamen, für Treblitzsch und Wörlitz – einst Siedlungen altsorbischer Waldbienenzüchter, digitalisiert: aus Klein-Bautzen in der Ober-Lausitz Gottlob Schirachs Wald-Bienenzucht von 1774 sowie das digitalisierte Lehrbuch Das Ganze der Bienenzucht mit dem Ersten Abschnitt Von der Wald-Bienenzucht für den auf Erfahrung gegründete[n] Unterricht für Oekonomen, Cameralisten u. Bienen-Väter, die Bienenzucht auf einen höhern Ertrag als zeither [..] bringen – oder (gedruckt) unter anderen für Lithauen und Nachbargebiete.

Wieviele Orte namens Zeidler (oder ähnlich in anderen Sprachen) gibt es überhaupt? Honig gibt es auch in Polen.

Inzwischen auch eine digitale Herausforderung: Europa der Regionen

Die Vision „Europa der Regionen“ war für Radreisende vor 120 Jahren zumindest literarisch zum Teil schon Realität. Tourenbücher für Radfahrer und ihre Verwandten wurden für bestimmte Regionen (Gaue, Gebirgszüge, Nord-, Süd-, Ost-, Mittel- und Wetsdeutschland, Königreiche, Nürnberg/ Fürth,…) verfasst. Grenzübergängefahrten tauchen darin als Reisebestandteil selbstverständlich auf, wie auch unterschiedliche Verkehrsregeln im Nachbarland, an die man sich zu halten habe. Die Herausforderung für Sammler und Bibliotheken: Ein digitales Puzzle aller Regionen zu bauen, für die jemals Tourenbücher, Wegweiser, Wanderbücher etc. für Radfahrer erschienen sind – idealerweise mit digitalen Volltexten für die Forschung und neue Radtouren-Apps. Europaweite Radrouten ließen sich dann gut mit diesem „althergebrachten“ Wissen, anderen historischen Quellen, digitalen Medien und anderen Themen anreichern oder neu proklamieren, auch für Europahonig-Rundfahrten.

Neuauflagenwunsch: „Rad-Rundfahrten in Deutschland“ mit Velohonig

Die „Geschichte der Waldimkerei in der Sächsisch-Bömischen Schweiz“ kommt hiermit auf die Liste der offenen Forschungsfragen. Zuweilen wird die Waldimkerei in touristischer Literatur beiläufig erwähnt, denn die Imkerei bzw. Zeidlerei scheint dort – z.B. im böhmischen Brtníky – eine wesentliche Nebenerwerbsquelle der Köhler- und Holzfällerfamilien gewesen zu sein. Im Rahmen der jeweiligen Ortsgeschichte bleiben es trotzdem Randbemerkungen.

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Quelle: „Rad-Rundfahrten in Deutschland | Sächsisch-Böhmische Schweiz“, S. 30, http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/101365/30/, SLUB Dresden

Für Rad-Rundfahrten in der Sächsisch-Böhmische Schweiz fand ich kürzlich in der SLUB diesen vierten digitalisierten Band der Reihe „Rad-Rundfahrten in Deutschland“ von 1899, der sich gut in die Sammlung historischer Tourenbücher einfügt, sich aber ausdrückllich mit dem Schwerpunkt auf Rundfahrten von eben diesen unterscheiden will (vgl. Vorwort). Der Band ist textlastiger als andere Touren- und Wanderbücher für Radfahrer damals und beinhaltet weniger Zahlenmaterial und Entfernungstabellen. Bemerkenswert sind auch die imposanten Landschaftsbilder und mehrere Karten im Inneren. Da in der Reihe „Rad-Rundfahrten in Deutschland“ Ausgaben auch für andere Regionen (digital auch für das Rhein-Mosel-Gebiet) erschienen sind, wäre deren weitere Digitalisierung durch andere Bibliotheken wünschenswert: Weiterlesen

Včelí Vřesina (Bienenheide)

Včelí Vřesina (Bienenheide) werden nordböhmische Täler samt Wald südöstlich von Hinterhermsdorf laut einer dort aushängenden Wanderkarte genannt. Und auch ein altes Masstischblatt im Kartenforum der SLUB kennt diese Gegend Ecke.

Meßtischblatt [105] : Am Raumberg (Berg in der Sächs. Schweiz), 1935, Deutsche Fotothek

Meßtischblatt [105] : Am Raumberg (Berg in der Sächs. Schweiz), 1935, Deutsche Fotothek

In der Stadtgeschichte des etwas nördlicher gelegenen Ortes Brtníky (früher: Zeidler) steht:

Unter Peter Berka wurde die Gemeinde 1116 schon schriftlich erwähnt. Es steht geschrieben, dass Peter Berka zwischen Plesný (Plissenberg) und Vlčí hora (Wolfsberg) eine große Imkerei/Zeidlerei gründete, die er Zeidelweide nannte.

und …

Im Jahre 1946 wurde der Ort in Brtníky umbenannt. Die neue Namesgebung führt zurück auf das Altböhmische Wort „brt“ für Bienenstock und nicht wie fälschlich behauptet wird, als die Tschechische Übersetzung des Wortes „Braunbären“.

Mehr über die Geschichte der Imkerei im Dorf Zeidler (dieses oder ein anderes in Franken?) steht vermutlich in: Koch, Alfred: Heimatbuch des Dorfes Zeidler. Hrsg. von Josef Kittel, Fürth: Selbstverlag 1965/1966, 240 Seiten, 2 Karten.

… neuen Honig gibt es in Hinterhermsdorf und in Brtníky wieder im Juni, sagen die Imker heute bzw. gestern. Und dann offenbar auch in großen Gläsern.