Neuauflagenwunsch: „Rad-Rundfahrten in Deutschland“ mit Velohonig

Die „Geschichte der Waldimkerei in der Sächsisch-Bömischen Schweiz“ kommt hiermit auf die Liste der offenen Forschungsfragen. Zuweilen wird die Waldimkerei in touristischer Literatur beiläufig erwähnt, denn die Imkerei bzw. Zeidlerei scheint dort – z.B. im böhmischen Brtníky – eine wesentliche Nebenerwerbsquelle der Köhler- und Holzfällerfamilien gewesen zu sein. Im Rahmen der jeweiligen Ortsgeschichte bleiben es trotzdem Randbemerkungen.

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Quelle: „Rad-Rundfahrten in Deutschland | Sächsisch-Böhmische Schweiz“, S. 30, http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/101365/30/, SLUB Dresden

Für Rad-Rundfahrten in der Sächsisch-Böhmische Schweiz fand ich kürzlich in der SLUB diesen vierten digitalisierten Band der Reihe „Rad-Rundfahrten in Deutschland“ von 1899, der sich gut in die Sammlung historischer Tourenbücher einfügt, sich aber ausdrückllich mit dem Schwerpunkt auf Rundfahrten von eben diesen unterscheiden will (vgl. Vorwort). Der Band ist textlastiger als andere Touren- und Wanderbücher für Radfahrer damals und beinhaltet weniger Zahlenmaterial und Entfernungstabellen. Bemerkenswert sind auch die imposanten Landschaftsbilder und mehrere Karten im Inneren. Da in der Reihe „Rad-Rundfahrten in Deutschland“ Ausgaben auch für andere Regionen (digital auch für das Rhein-Mosel-Gebiet) erschienen sind, wäre deren weitere Digitalisierung durch andere Bibliotheken wünschenswert: Weiterlesen

Digitale Karten: Material für Radfahrer auf Suche nach Honig

Zu digitalisierten Touren- und Reisehandbüchern gehören auch eine große Zahl historischer Karten für Radfahrer für viele Regionen, von denen manche auch digitalisiert werden. Hier die bereits digitale Kartenauswahl aus dem Kartenforum der SLUB Dresden:

Historisch begründetes Fernweh? Ein Ziel, um selbst bei Imkern Velohonig zu besorgen und dabei ein Nachbarland zu entdecken, könnte die Gegend um Honig in Polen sein. Im SLUB-Kartenforum gibt es dieses alte Messtischblatt des Ortes Honig. Wie Honig (Chojnik, województwo wielkopolskie / Landkreis Ostrowo) zu seinem Namen kam und ob bzw. wie viele Imkereien es dort heute gibt, um beim nächsten Besuch auch örtlichen Velo- und Europahonig einzukaufen, bleibt herauszufinden!

Quelle: SLUB/ Deutsche Fotothek: http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/71054924/

Quelle: SLUB/ Deutsche Fotothek, www.deutschefotothek.de/documents/obj/71054924/

[Ergänzungen]

Neues Zeug für die vergleichende Tourenbuchforschung

Paul Hildebrand’s Radfahrer-Reisebücher führen durch Bayern. Und sie fallen auch sonst aus der Reihe: Je Buch nur eine Tour und als Abonnement vertrieben haben sie verglichen mit den viel umfangreicheren Tourenbüchern anderer Verleger und der Radfahrverbände, die um die Jahrhundertwende veröffentlicht wurden, einen eigenen Charakter. Das Radfahrer-Reisebuch / 22: Kempten – Lindau wurde kürzlich in der BSB digitalisiert. Der Rest der Reihe wartet dort noch auf digitale Erlösung. Liebe Münchnerinnen und Münchner, liebe Bayern, bitte als eBooks bestellen!

Wie sich die Touren in einer Region, deren Beschreibungen und Wahrnehmung und die Bücher selbst mit der Zeit veränderten, können wir jetzt gut mit drei digitalisierten Tiroler Radfahrertourenbüchern nachvollziehen, als da wären:

Mehr Links zu solch‘ Zeug hat die SLUB. Frohe Ostern!

Wer war Theophil Weber?

Auf Theophil Weber stieß ich kürzlich in der SLUB. Dort wurde sein 1893er Tourenbuch für Radfahrer vom Königreich Sachsen digitalisiert. Mit seinem Verlag veröffentlichte er damals weitere Touren-Bücher – vom Rhöngebirge, vom Harzgebirge, von Thüringen – sowie Bände mit RadfahrerPoesie und zur Frage Ist das Radfahren gesund? mit Aerztliche[n] Gutachten über das Radfahren, die – in der dritten Auflage – noch um  … fachmännische Gutachten über das Radfahren erweitert wurden. Noch gibt es diese Bücher nicht digital [Nachtrag: Aber jetzt!]. In der Deutschen Nationalbibliothek sind nur wenige seiner Werke katalogisiert.

Theophil Weber taucht in nur einem Wikipedia-Artikel auf; dort geht es um einen Streit mit dem Präsidenten des Deutschen Radfahrerbundes Carl Hindenburg:

So kritisierte 1890 der Chefredakteur der Leipziger Zeitschrift Stahlrad, Theophil Weber, die „Verschwendungssucht“ des DRB-Präsidiums unter Hindenburg, das sich extrem hohe Gelder aus der Verbandskasse habe auszahlen lassen. […] Auf Hindenburgs Veranlassung wurde Weber gegen den Widerstand des Gaus Leipzig aus dem DRB ausgeschlossen.

Auch dieser Konflikt sollte 1891 in Leipzig zur Gründung des Sächsischen Radfahrer-Bundes führen, berichtet 2011 die Verbandsschrift 120 Jahre SRB (pdf). Derzufolge war Theophil Weber…

der in Zürich geborene Schweizer, 1886 nach Leipzig übergesiedelter Herausgeber der damals größten deutschen Radfahrerzeitung ‚Stahlrad‘ …

Wer hat’s erfunden? Ein Schweizer …der Wissenschaftler Theophil Christen könnte dann u.U. sein Sohn gewesen sein. Für das Stahlrad bietet die DNB auf den ersten Blick nur einen mittelbaren Treffer und auch nicht viel mehr zur Person. Die Sporthochschule Köln sowie die Bibliotheken Bamberg und Mainz aber haben Stahlrad im Bestand. In Sachsen vielleicht ja auch der Radfahrerbund.

Weber veröffentlichte derweil auch das Handels- und Gewerbe-Adressbuch vom Königreich Sachsen und Jahrzehnte später das Fabrikantenbuch der Schweiz: Register der schweizer Fabrikanten, nebst Advokaten, Banken und Speditionsgeschäften.

Leipziger Verleger, sächsischer Radfahrer, Kaufmann, Chefredakteur und Schweizer…Der Mann weckt Neugier.

1903 wurde die Tour de France von einer Sportzeitung gegründet, um deren Auflage zu steigern. Ob Theophil Weber zuvor in Sachsen ganz ähnliche Interessen verfolgte? Die Kombination aus – ich nehme mal an – persönlicher Radsportbegeisterung, neuen Radrennen (1890 in Machern erstmals auch für die Damen!), etwaigen geschäftlichen Interessen mit dem eigenen Verlag und die Gründung eines sächsichen Radfahrerbundes sind dafür ein paar schöne Indizien.

Wer also war Theophil Weber?

im Holzapfelgebirge

Mit welchen Ideen Ort und Region noch attraktiver werden könnten, wurden wir im Fragebogen des Hotels gefragt.

Nun,… was dem Osterzgebirge noch fehlt, ist ein kulinarisch-handwerklicher – gern grenzüberschreitender – Einkaufsführer „Einkaufen im Holzapfelgebirge“ mit Hofläden, Handwerk, Imkereien,… Die Grüne Liga Osterzgebirge bietet ein paar erste Konsumtipps, aber die Gegend bietet mehr.

Nahe liegend ist das Osterz- und Holzapfelgebirge, das unter diesem Namen noch nicht so recht vermarktet wird, gerade für Dresdner*innen vermutlich ein Einkaufsparadies mit grünen Wiesen – auch und erst recht für die nächste velo-Diät.

Nachtrag: Das ILE-Regionalmanagement bietet für die Sächsische Schweiz und das Osterzgebirge eine Sammlung regionaler Produkte und Erzeuger.

„Denn was man nutzt, erhält man auch.“

www.holzäppel.de

Dublin: „Students pay 10 % extra.“

Fotografieren durfte ich den Zettel Students pay 10 % extra ausdrücklich nicht.

Aber ich vermute, dass jener Herr, der in Dublin auf dem Bürgersteig der Westmoreland Street Bücher verkaufte, dort im Februar nicht zum ersten oder letzten Mal stand. Zum Trinity College ist es von dort nur noch ein Katzensprung.

Anlass der Reise war die Abschlusstagung des EU-Projektes E3M: European indicators and ranking methodology for university third mission:

E3M is a three years project co-funded by the European Commission under its Lifelong Learning Programme and developed by partners from eight European countries. The aim of this project is to generate a comprehensive instrument to identify, measure, and compare Third Mission activities of HEIs from a wide perspective. This will be achieved by creating indicators on Third Mission activities and by giving a new approach on the concept of ranking methodologies.

Projektergebnisse sind Fallstudien, eine Indikatorensammlung und ein Green Paper mit Empfehlungen an die Politik, Hochschulen und andere gesellschaftliche Akteure. Die Gespräche am Rande waren – wie so oft! – am wichtigsten.