Landeskundliche Produktentwicklung

Wer kennt Beispiele für Initiativen und Unternehmen, die auf Basis von Sächsischer Landeskunde Design und Produkte entwickeln und vermarkten? (Okay, Velohonig kenne ich.)

In einem Aufsatz über Digitale Heimatforschung möchte ich digitale Wissenschaftskommunikation in Verbindung mit landeskundlicher Produktentwicklung beispielhaft ‚konzeptionell‘ verknüpfen.

Eisern ist das Roß, das treue

Aus dem Liederbuch des Radfahrer-Vereins „Wanderlust“ Seifhennersdorf (undatiert, RV gegründet 1890). Überraschenderweise gibt es darin nur wenige Lieder, die im Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes auch enthalten sind – und die in Details variiert.

Inhaltsverzeichnis

  1. Heil Wanderlust!
  2. Deutscher Radfahrermarsch.
  3. Huldigung an Meister Drais.
  4. Lied der Kunstfahrer.
  5. Deutscher Radler-Gruß.
  6. Radsport-Lied.
  7. Radlerlust.
  8. Flotte Radler.
  9. Wanderlust.
  10. Willkommen. (DRB19: Nr. 37.)
  11. Trinklied.
  12. Barbara von Rüdesheim.
  13. Welttrinklied.
  14. In der Ferne.
  15. Auf, Ihr Brüder!
  16. Der helle Edelstein.
  17. Am Brunnen vor dem Tore. (Nr. 94.)
  18. In einem kühlen Grunde. (Nr. 153.)
  19. Lorelei.
  20. Fröhliche Zecher.
  21. Das Lied.
  22. Jugendzeit.
  23. Gold und Silber.
  24. Sanktus Gambrinus.
  25. Des Radlers Traum.
  26. Trinksprüche.

[[Neu mit Bildern]] #Nearby: Landeskunde und Citizen Science mit Pandemie im Frühjahr 2020

DOI: https://doi.org/10.11588/ip.2020.2.73402, 27.09.2020 in Informationspraxis Bd. 6, Nr. 2 (2020)

Nearby – so eine These des vorliegenden Artikels – ist geeignet den Begriff Heimatforschung neu zu deuten: als Erforschung lokaler und regionaler Zusammenhänge mit offenen Kulturdaten und mit digitalen Methoden: z. B. Linked Open Storytelling.

1Lib1Nearby Digitale Heimatforschung: nearby mit Linked Open Storytelling. (Wikimedia Commons, by 8th Wikidata’s Birthday logo generator, wikidata8.bleeptrack.de, Lizenz: CC0)

Linked Open Storytelling: Heimatforschung in Europa profitiert von Open Science

Die Idee Heimatforschung kontinental zu denken – zum Beispiel in europäischen Perspektiven, Vergleichen und Zusammenhängen – und davon zu erzählen liegt nicht nur geografisch nah. Geschichte trennt – Menschen, Länder, Kulturen. Und sie kann verbinden: beispielsweise Estland und Deutschland.

Europäische Integration verändert wirtschaftliche und politische Systeme. Gemeinsame Ideen und Geschichten zusammen zu denken ist eine Konsequenz von vertieften Verflechtungen – auch für bürgerwissenschaftliche landeskundliche Forschungen, mit oder ohne Herkunftsnarrative. Nicht zuletzt Prinzipien der offenen Wissenschaft (Open Science) fordern heute auch von ehrenamtlichen Heimatforscher*innen über Wissenschaftskommunikation für grenzüberschreitende Forschungsfragen nachzudenken. Denn inzwischen ermöglicht Digitale Heimatforschung auf der Grundlage digitalisierter Quellen das digitale Erzählen und Verknüpfen europäischer Geschichten:

Había una vez …
Once upon a time …
Es war einmal …

Das Fellow-Programm Freies Wissen startet gerade ins fünfte Jahr. Zeit für einen Rückblick auf die vergangenen Monate und mein Projekt More than cycling: Europäische Heimatforschung – ein Ansatz für offene Daten und Narrative, samt Fernwehforschung und Radfahrerwissen.

Aufzuzeigen dass Heimatforschung von Methoden der offenen Wissenschaft profitiert, war ein Anliegen meines Projekts. Die Perspektive dabei: Heimat – bzw. Heimatenin Europa. Dort entstanden Texte, beispielhaft eine Methodensammlung, neue Fragen und Ideen.

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Großenhain bewegt sich

Am Tag des offenen Denkmals öffnet im Museum Alte Lateinschule die Sonderausstellung Großenhain bewegt sich (pdf). Ein paar Notizen für den Eröffnungsvortrag:

Jahrbuch der deutschen Radfahrer-Vereine 1897

Hauptbezirk Dresden.

Bez. Grossenhain.

1. Vs: B. Rose, Grossenhain. 2. Vs: C. Blochwitz, Elsterwerda. Bezw: Paul Kirchner, Gossenhain, Schlossstrasse 6. F: C. Lietzman, Grossenhain. 1. Sch: Albert Franke, Grossenhain. 2. Sch: E. Niese, Elsterwerda.

Grossenhain,

Sa. Ct. Grossenhain. 1. Cs: Oscar Grosse, Berlinerstrasse 506. Sch: H. Heine. F: H. Anders, Albertstr. 584 a. Cl: Stadt Dresden,

—. Gross. RV (B.) 1. Vs: Bernh. Rose, Uhrmacher, Schlossstr. 2.: P. Kirchner. Fabr., Schlossstr. K: H. Kirchner, Fabrikant, Schlossstr. Sch: Oswin Voigt, Kfm. T-F: Max Schiller, Zahnkünstler, Markt. SF: Richard Beeg, Schneidermstr.. Berlinerstr. M: 32. Cl: Hotel Gesellschaftshaus. Cla: 1. Fr i. Mt. Gw. G 1887. VO: DRB. ⚐ ☉ Dpl. 1897 im Aug. 10jähr. Stiftungsfest.

—. RV Saxonia (U), Adr a. d. Vs: Oscar Grosse, Cond., Berlinerstr. 506. Sch: Alb. Haneke, Buchhalter, Marien-Allee 707. F: Herm. Anders, Spinnmstr., Albertsr. 584. K: Eduard Seelig, Bäckergeh., Schlossstr. 369. Zgw: Aug. Gruno, Gastwirth, Berlinerstr. 551. M: 34. Cl: Stadt Dresden. Cla: 1. u. 3. Do i. Mnt. Gw. G 1891. VO: Der dtsch. Radf. bZ: Tfa.

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Desideratum ’19 – Was kümmern uns die Siege von gestern vorgestern?

Heute, am 23. Dezember, darf ich das bei Historikern so beliebte D-Wort auch einmal benutzen: das Forschungsdesiderat; … denn regionales Radfahrerwissen ist ‚immer noch ein großes und dringliches Desiderat der Forschung‘. Laut Definition der Wikipedia „handelt es sich um ein Objekt, seltener ein abstraktes Ding, das in einer gegebenen Umgebung fehlt, benötigt wird und erwünscht ist.“

Daraus folgt: ich wünsch‘ uns das.

2019.

Im Görlitzer Magazin 32/2019 soll ein dritter Aufsatz über Straßenrennen, Rund-, Dauer- und Zuverlässigkeitsfahrten, die vor 1920 durch Schlesien und die Oberlausitz führten, erscheinen. Mein Interesse liegt auf der jeweiligen Streckenführung. Nur dann sind sie wieder erfahrbar. Die Sieger, Siege und Plazierungen sind dafür insofern relevant, als dass sie mir helfen, die alten Rennen in Archiven und Bibliotheken wieder zu finden, zu datieren und auch zu unterscheiden. Typen wie Ernst Franz sind dabei in erster Linie samt ihrer Rennbiografien interessant, weil sie diese Rennen (nicht immer) gewannen, ob sie nun vergessen sind, oder heute anders heißen.

Wikidata hat sich als Werkzeug für die Dokumentation von Radfahrerwissen bewährt. Erfasst und verknüpft werden können mit Wikidata z.B.:

Gut, wer dort bald selbst Abfragen fomulieren kann – oder, wenn man jemanden kennt, ‚der LOD kann‘. nachgeradelt.de basiert auch darauf. Die Liste der für diese Wünsche attraktiven Archive wird länger: Beeskow — Breslau — … — … — Tartu — Zittau. Europäische Heimatforschung nenne ich das. Zusätzliche Forschungsförderung ist willkommen.

Ein erster Schritt wird sein im www.velomuseum.ee zu fragen. Oder, z.B.

Presseecho?

Wie wurden die Radrennen der Jahrzehnte ~1900+ in der Oberlausitz, in Schlesien und ggf. in den Ostseeprovinzen von der regionalen Presse begleitet? Spielten Zeitungen als Rennveranstalter auch hier bzw. dort eine Rolle?

Sammelgebiet: „Rund um …“

Liste der Zuverlässigkeits-, Fern-, Dauer- und Rundfahrten in der Lausitz (oder: im heutigen Sachsen und Schlesien) vor 1933 in Wikidata-Items:

teils via Ernst Franz (auch hier)

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200 plus 1: Forschungsmethoden …

[…] Radfahrerwissen, das Forschungsgebiet um das es in dieser Fallstudie geht, entstand vor gut vier Jahren, als mich ein Kollege auf ein digitalisiertes Tourenbuch hinwies – gedacht als Anregung für einen Tweet @slubdresden und für einen Beitrag im SLUBlog. Seit dem sind #200JahreFahrrad vergangen, zumindest das gleichnamige Jubiläumsjahr 2017. […]

via SXRM

vollständigeR Beitrag:

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Archivfund: Wer kennt dieses alte Radfahrerposter?

Wer kennt dieses Plakat? Herausgegeben vom Sächsischen Ministerium des Innern – enthalten in einer Akte des Stadtarchivs Freiberg, ca. 1920. Wer kann Angaben zum Urheber machen?

Radfahrer gefährdet den Verkehr nicht! fahrt rechts und einzeln! Herausgebeen vom Sächsischen Ministerium des Innern (ca. 1920), Stadtarchiv Freiberg (Akte X. IX. 25, Fahrräder – Wett- und Preisfahrten (1909)).

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