Citizen Science aus Bernburg und Arbeiter-Radfahrerwissen für Jedermann

Arbeiter-Radfahrerwissen für den Lagerwahlkampf?

Und im Sachsen-Anhalt-Wiki lernten wir heute über Bernburg: 1876 Gründung des Radfahrervereins „Askania“ des zweitältesten Radfahrervereins Deutschlands.

Welche Bedeutung haben Stadt- und Regiowikis für Citizen Science et al.?

Regiowikis werden in der Wikipedia als (Teil-)Ersatz für Ortschroniken, Heimatforschung oder auch Lokalnachrichten beschreiben. Hier ein paar Ideen und Beispiele, auf welche Weise Regio- und Stadtwikis auch der Forschung dienen können: Weiterlesen

Skepsis? Potentiale historischer Tourenbücher fürs digitale Regional- und Tourismusmarketing

 

Meine These, Behauptung Vorschlag ist, dass Tourismusregionen zielgerichtet auch die historischen digitalisierten Radfahrerbücher nutzen, um Radfahrer*innen zu locken, Neugier zu wecken und zu unterhalten. Auf Wikisource gibt es inzwischen eine Übersicht der bereits digitalisierten Titel und Regionen. Es gibt noch viele Tourenbücher, die digitalisiert werden könnten. Das alte Radfahrerwissen wird digital so wieder sichtbar, nutzbar und idealerweise Grundlage für neue Anwendungen: Publikationen, Apps, Wikipediaartikel, Story telling lebendig erzählte Geschichten oder neue Traditionen, Reiseziele, Ausfahrten und Radrouten, Feste, Forschungsfragen oder Dreiländereckmetaphern. Die digital vorliegenden können also ab jetzt „breitgetreten werden“. 🙂  Ich bitte um und freue mich auf Hinweise!

Auch die Heimatforschung – heute zuweilen Citizen Science genannt – profitiert von den digitalisierten Quellen. Lokalmedien können Radfahrer- und lokale Wirtschaftsgeschichte im Jubiläumsjahr 2017 neu erzählen: #200JahreFahrrad gab’s überall.

 

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Make #Radfahrerwissen … again

To innovation scholars, historical scholarship offers an attractive perspective on how to make a transition to a more sustainable future.

Eine sehr lesenswerte Zusammenfassung der internationalen Veloforschung aus Sicht der Technikhistorikerzunft.

meine Forschungsfragen

  • Wie können wir mit Methoden und Werkzeugen aus der Welt von Citizen Science historisches Radfahrerwissen sichtbar machen, verknüpfen und erforschen?
  • Was bedeutet „openCitizenScience“ und was solls leisten?
  • Welche Potentiale bietet historisches regionales (alte Radfahrerbünde) und lokales Radfahrerwissen (Radfahrervereine) für Heimatforschung, Verkehrspolitik, offene Bildungsmaterialen (OER), Identitätspolitik und die Idee eines „Europas der Regionen“?
  • Wie können wir Radsportvereine – und die jeweiligen Stadtarchive – aktivieren ihre Geschichte zu dokumentieren und sich bzw. ihre Vereinsarchive für ‚Citizen Scientists‘ zu öffnen?
  • Wie können diese Fragen für das Dreiländereck Polen, Tschechien, Deutschland | Schlesien, Böhmen, Sachsen beantwortet werden? Wer sind dort die passenden Kooperationspartner? Welche historischen Quellen sind dort für Open Access-Veröffentlichungen verfügbar?
  • Wie können wir Wikipedia, Wikisource (samt Diskussionsseiten) und ihre Verwandten für diese Art von Projekte – auch grenzüberschreitend – nutzen?
  • Wie entstehen neue Narrative in Radfahrregionen durch historisches regionales Radfahrerwissen? Wie können verkehrpolitische Lobbygruppen (ADFC, etc.) für solche Citizen Science-Projekte begeistert werden?
  • Wer unterstützt Projekte, die diese Fragen+Antworten erforschen, mit finanziellen und anderen Mitteln?
  • Auf welche Weise lassen sich Bibliotheken, Archive und Privatsammler*innen aktivieren, noch mehr historisches Radfahrerwissen mit Open Access zu veröffentlichen?

 

  • Wer hat noch Fragen?

Heimatforschung x.0

Next generation sequencing wäre wohl, wortwörtlich verstanden und von Historiker*innen betrieben, der Versuch die Zukunft zu verstehen, während sie mit Bruchstücken der ‚DNA‘ von Gegenwart und Vergangenheit puzzeln.

Geschichte schützt nicht vor Erkenntnis

habe ich beim Honig tauschen von einer Historikerin gelernt und will sie bald noch nach der Quelle dieser Weisheit fragen. In diesem Sinne kurz ein paar Fragen zur DNA der Heimatforschung:

Was steckt in digitalisierten historischen Tourenbüchern für Radfahrer, das uns heute im Verkehr nützen könnte? (Carlton Reids Buch Roads were not build for cars weist gekonnt in diese Richtung.) Wie könnte die Renaissance der Gemeinde- und Dorfbacköfen in den Städten und Gemeinden das Abendbrot verändern? Und was trinken wir dazu?

Gibt es so etwas wie Heimatforschung 2.0 – angelehnt an den hiesigen Forschungsverbund Science 2.0? Vermutlich wäre solch eine Schublade eben nur eine solche und so manch‘ Familienforscher und Archäologen (beispielsweise) arbeiten oder publizieren in ihrer Freizeit längst digital, kollaborativ, irgendwie 2.0. Die Wikipedia weiß:

Die Heimatgeschichte ist die Geschichte des lokalen Erfahrungsbereiches.

Wie funktioniert Heimatforschung heute? Gibt es Forscherinnen und Forscher, die über Heimatforschung forschen? Und: wie lernen neue Generationen Heimatforschung? Von ihren Vorgängern?

Hier in Sachsen gewinnen beim Sächsischen Landespreis für Heimatforschung seit 2008 jährlich Laienwissenschaftler- und Schüler*innen Preise; eine öffentliche, digitale Liste aller bisher eingereichten Themen konnte ich leider noch nicht finden. Das wäre dann schon ein Stück ‚Open Science‘: Ein Begriff, der noch den Vorteil hat, nicht mit Zahlenspielen x.0 Glanz und Relevanz erzeugen zu müssen. Next Generation Sequencing ist nunmal schon vergeben.

Warum blogge ich das? Der Leistungskurs Geschichte hat mich nicht zum Historiker gebracht. Heimatforschung ist bisher auch nicht meine Wiese. Politisches liegt mir näher, dachte ich. Dann fanden mich die Tourenbücher für Radfahrer. Und da jeder ein Künstler ist und Designer, sind auch alle Menschen Forscher. Unsere Themen, Fragen und Antworten machen hier dann wohl den Unterschied.